Unternehmen & Management

Swiss Re zahlt höhere Dividende trotz Gewinneinbruch

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Die Naturkatastrophen des vergangenen Jahres haben auch dem Schweizer Rückversicherer Swiss Re spürbar zugesetzt. So brach der Gewinn im Vergleich zum Vorjahr deutlich auf 331 Mio. US-Dollar (2016: 3,558 Mrd.) ein. Die Prämieneinnahmen sanken ebenfalls auf 34,775 Mrd. US-Dollar (2016: 35.622 Mrd.). Dennoch soll die Dividende auf 5,00 Franken je Aktie (2016: 4,85 Franken) steigen.
Ähnlich wie beim Münchener Konkurrenten Munich Re haben die Naturkatastrophen des vergangenen Jahres dem Schweizer Rückversicherer die Bilanz gründlich verhagelt - allen voran Zyklon "Debbie" in Australien, die Atlantikstürme "Harvey", "Irma" oder "Maria", die Erdbeben in Mexiko und die Waldbrände in Kalifornien, die mit 4,7 Mrd. US-Dollar zu Buche schlugen.
Dementsprechend schloss die Sachsparte (P&C) das Geschäftsjahr mit einem Verlust von 413 US-Dollar ab. Zum Vergleich: Im Vorjahr stand noch ein Gewinn von 2,1 Mrd. US-Dollar in den Büchern. Die Schaden-Kosten-Quote (Combined Ratio) stieg deutlich auf 111,5 Prozent (2016: 93,5 Prozent). Die Prämieneinnahmen gingen ebenfalls deutlich um 8,8 Prozent auf 16,544 Mrd. US-Dollar (2016: 18.149 Mrd.) zurück.
Deutlich positiver verlief hingegen das Geschäft in der Leben- und Krankensparte (L&H) mit einem Gewinn von rund 1,087 Mrd. US-Dollar (2016: 807 Mio.). Die gebuchten Bruttobeiträge stiegen ebenfalls um 4,0 Prozent auf 13,313 Mrd. US-Dollar (2016: 12,801 Mrd.).
Positiver Nebeneffekt: Die US-Steuerreform bescherte dem Schweizer Rückversicherer immerhin noch einen Ertrag von rund 93 Mio. US-Dollar. Freuen können sich auch die Aktionäre der Swiss Re: So will der Konzern seinen Anteilseignern auf der Generalversammlung am 20. April 2018 eine Dividendenerhöhung auf 5,00 Franken je Aktie (2016: 4,85 Franken) vorschlagen.

Swiss Re will ein weiteres Aktienrückkaufprogramm aufsetzen

Zudem plant die Swiss Re ein weiteres Aktienrückkaufprogramm über ein Volumen von einer Milliarde Schweizer Franken. Ein Rückkaufprogramm hatte der Rückversicherer bereits am 16. Februar beendet. Zu einer Minderheitsbeteiligung der japanischen Softbank hielt sich der Konzern jedoch bedeckt. Demnach seien die Gespräche in einem sehr frühen Stadium, konstatierte Finanzvorstand David Cole. Das Ergebnis sei dabei völlig offen.
"Die schweren Naturkatastrophen von 2017 sind viel mehr als Schadenereignisse; sie sind vor allem menschliche Tragödien. Wir sind erschüttert von den Zerstörungen und dem Leid der Betroffenen. In Zeiten wie diesen wird die zentrale Rolle von Rück-/Versicherern besonders deutlich: Wir helfen Menschen, Unternehmen und der Gesellschaft nach Katastrophen wieder auf die Beine", kommentiert Vorstandschef Christian Mumenthaler die Jahresbilanz für das vergangene Jahr. So habe 2017 "eindrücklich belegt, dass sich unsere Strategie, eine herausragende Kapitalausstattung zu wahren und im Underwriting diszipliniert vorzugehen, bewährt", ergänzt der CEO der Swiss Re.
"Zugleich glauben wir, dass der Ausblick für die Versicherungsindustrie heute positiver ausfällt als in den vergangenen vier Jahren. Veränderte Marktbedingungen wie die Anpassung des Preisniveaus bei Property & Casualty sowie ein Anstieg der Zinsen dürften unserem Geschäft zugutekommen. Darüber hinaus unterstreichen die Katastrophen einmal mehr die Bedeutung großer globaler Rück-/Versicherer und ihre Verantwortung, die nach wie vor große weltweite Deckungslücke zu verringern. So zeigt sich, dass der Versicherungsbedarf aufgrund von Entwicklungen wie dem Bevölkerungswachstum und der Konzentration von Vermögenswerten in katastrophengefährdeten Regionen weiter steigt", prognostiziert Mumenthaler. (vwh/td)
Bild: Christian Mumenthaler (Quelle: Swiss Re)
Swiss Re · Rückversicherer · Christian Mumenthaler