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D&O von Bilfinger: Allianz zahlt für Kochs Misswirtschaft

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Für Ihre Pflichtverletzungen verlangt Bilfinger von Roland Koch und anderen Ex-Vorständen einen Schadenersatz in Höhe von mindestens 100 Mio. Euro. Für solche Fälle hat der Bauriese auch eine D&O-Versicherung bei der Allianz-Industrietochter AGCS abgeschlossen. Laut Medienberichten sind auch zahlreiche andere Versicherer am Konsortium beteiligt. Wie üblich bei der Managerhaftpflicht, droht ein langer Gerichtsprozess.
D&O-Versicherer machen Verluste, das ist kein Geheimnis in der Branche. Der größte Schadensfall durch die Diesel-Affäre ist dabei noch nicht mal einberechnet. Die 500 Mio. Euro, die Volkswagen für seine Top-Manager durch ein Konsortium unter Führung der Zurich abschloss, wird bei weitem nicht reichen
VW könnte eventuell nicht mal diese Summe kassieren. Oft verweigern Versicherer meist die Zahlung, die Unternehmen ziehen vor Gericht, meist endet der Streit in einem Vergleich. Über die ausgezahlten Summen erfährt die Öffentlichkeit nie. Man will einfach keine Präzedenzurteile schaffen, auf die sich andere berufen.
Da die Rechtsunsicherheit in keiner Sparte so groß ist wie bei D&O, müssen immer mehr Manager mit ihrem persönlichen Vermögen haften. Unklar ist, ob das auch bei Roland Koch und weiteren Ex-Vorständen von Bilfinger so eintreffen wird. Bilfinger wirft ihnen "Pflichtverletzungen bei der Implementierung  eines ordnungsgemäßen Compliance-Management-Systems" vor, berichtete VWheute.
Nun hat AGCS bestätigt, dass sie die Grunddeckung bei der in mehrere Schichten aufgeteilten D&O-Police von Bilfinger übernommen haben. Die Versicherungssumme liege laut Medienberichten zwischen 100 und 200 Mio. Euro. (vwh/dg)
Bildquelle: Thorben Wengert / PIXELIO / www.pixelio.de /
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