Märkte & Vertrieb

Verbraucherschützer: Provisionen sind zu hoch

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Den Verbraucherschützern sind die Provisionen in der privaten Krankenversicherung und bei den Lebensversicherungspolicen zu hoch. Dies würde eine Honorarberatung unrentabel machen, kritisiert der Verbraucherzentrale Bundesverband (VZBV) in einer Stellungnahme, die dem Handelsblatt vorliegt. Vor allem das Makler-Provisionsmodell ist den Verbraucherschützern wohl ein Dorn im Auge.
Demnach erhalten die Makler vom Versicherer eine Provision für jedes verkaufte Produkt, sobald es zum Vertragsabschluss komme. Dabei spiele es jedoch keine Rolle, ob der Verkäufer erhoben hat, dass der Kunde eine solche Versicherung überhaupt benötigt. Nach Ansicht der Verbraucherschützer seien dabei gerade die private Kranken- und die Lebensversicherung durch die Ausgestaltung der Vertriebsvergütung besonders anfällig für Fehlanreize.
So habe eine urchschnittliche Prämie von 300 Euro eine Abschlussprovision von rund 2.000 Euro zur Folge, lautet die Rechnung der Verbraucherschützer. Zudem könne der Vermittler durch die Wahl von Produktoptionen und Selbstbehalten die Prämienhöhe beeinflussen. Weitere Fehlanreize sehen die Verbraucherschützer auch bei der Wiederanlage von Einmalbeiträgen aus Lebensversicherungen.
Daneben kritisiert der VZBV, dass die Zusammenarbeit mit unabhängigen Versicherungsberatern "sehr bürokratisch und praxisfern" geregelt sei. Da die "Zuwendungen" außerdem nicht exakt definiert seien, fordern die Verbraucherschützer, dass die Versicherer Brutto- und Nettopreise ihrer Produkte nennen sollten. (vwh/td)
Bildquelle: Gabi Eder / PIXELIO (www.pixelio.de)
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