Politik & Regulierung

Krankenkassen schwimmen im Geld

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Die deutschen Krankenkassen scheinen derzeit im Geld zu schwimmen. Laut einem Bericht der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ) beliefen sich die Rücklagen und Reserven von Kassen und Gesundheitsfonds Ende Dezember 2017 auf 28 Mrd. Euro. "Gemessen an den Ausgaben von 230 Mrd. Euro, betragen die Reserven zwölf Prozent", berichtet das Blatt weiter.
Ein Grund dafür seien die gute Konjunktur mit steigenden Löhnen und niedriger Arbeitslosigkeit gewesen, heißt es laut Bericht weiter. Demnach nahmen die Krankenkassen im vergangenen Jahr laut Umfrage rund 3,1 Mrd. Euro mehr ein, als sie ausgegeben haben. Damit seien die Rücklagen und Reserven der 110 Kassen auf den Rekordwert von 19 Mrd. Euro gestiegen.
Den höchsten Überschluss meldeten demnach die Allgemeinen Ortskrankenkassen (AOK) mit 1,45 Mrd. Euro. Die größte Ersatzkasse Deutschlands kam demnach im vergangenen Jahr auf ein Plus von 1,2 Mrd. Euro. Zudem verzeichneten die Betriebskrankenkassen ein Plus auf 295 Mio. Euro (2016: 29 Mio.). Die Knappschaft verzeichnete ein Plus von 102 Mio. Euro (2016: 100 Mio.).
Auch die Innungskassen verzeichneten im vergangenen Jahr ein Plus von 174 Mio. Euro - nach einem Verlust von 33 Mio. Euro im Vorjahr. Den mit Abstand größten Gewinn fuhr demnach ebenfalls die AOK mit 561 Mio. Euro ein. Die DAK kommt dabei laut auf 263 Mio. Euro, die Barmer auf 213 Mio. Euro.
"Der gesetzlichen Krankenversicherung geht es so gut wie lange nicht mehr", kommentierte der AOK-Bundesvorsitzende Martin Litsch. Ein Grund dafür sei auch die gute Konjunktur, "die die Kassen nutzen sollten, um für schlechtere Zeiten vorzusorgen und an der eigenen Wettbewerbsfähigkeit zu arbeiten".

Beitragsschulden steigen weiter an

Allerdings sind auch die Beitragsschulden aller Versicherten an die gesetzlichen Krankenkassen im vergangenen Jahr auf rund 7,823 Mrd. Euro gestiegen. Dies berichtet das Deutsche Ärzteblatt unter Berufung auf das Bundesversicherungsamt (BVA). Zum Vergleich: Zum Jahresbeginn 2017 lagen die Beitragsschulden noch bei 6,155 Mrd. Euro, im Juli 2017 lagen diese bereits bei 7,055 Mrd. Euro.
Die höchsten Rückstände entfielen demnach auf die freiwillig GKV-Versicherten mit einem Schuldenberg von rund 6,292 Mrd. Euro. In der Pflegeversicherung lagen die Rückstände laut Bericht bei rund einer Milliarde Euro. Zum Vergleich: In der privaten Krankenversicherung beliefen sich die Beitragsschulden Ende 2016 auf rund 262.000 Euro. Für 2017 liegen der Bundesregierung keine Daten zur privaten Kranken- und Pflegeversicherung vor, heißt es beim Ärzteblatt weiter. (vwh/td)
Bildquelle: Tim Reckmann / PIXELIO (www.pixelio.de)
Krankenkasse · Gesundheitsfonds
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