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Interner Run-off: Ergo verwaltet mit IBM seine Altpolicen

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Der Düsseldorfer Versicherungskonzern Ergo und IBM haben eine Partnerschaft vereinbart, um künftig die sechs Millionen klassischen Lebensversicherungsbestände zu verwalten. Dafür sollen die Bestände nach Unternehmensangaben auf eine neue IT-Plattform migriert werden. Mittelfristig soll es auch möglich sein, auch die Bestände anderer Versicherer verwalten zu können. Dazu haben die Ergo und IBM ein Joint Venture geschlossen.
"Für einen so komplexen und langwierigen Prozess wie eine IT-Migration ist eine gute Zusammenarbeit besonders wichtig. IBM hat uns in unserem intensiven Auswahlprozess überzeugt", betont Michael Fauser, Vorstandsvorsitzender von Ergo Lebensversicherung AG und Victoria Lebensversicherung AG. "Wir wollen unsere Bestände auf eine moderne IT-Plattform migrieren. Diese neue IT-Plattform von Ergo und IBM wird nach Umsetzung auch die Möglichkeit einer professionellen Bestandsverwaltung für Dritte schaffen", ergänzt Ergo-Vorstand Clemens Muth.
"Mit unserem Joint Venture schaffen wir ein attraktives Angebot für deutsche Lebensversicherer, die ihre Bestände an klassischen Lebensversicherungen in eigenem Besitz behalten, aber effizient verwalten wollen. Wir sind fest vom Erfolg unserer Zusammenarbeit überzeugt. Nicht zuletzt deshalb engagieren wir uns auch über die reine Umstellung hinaus im späteren Betrieb der Plattform für Ergo und weitere Versicherer", kommentiert Markus Körner, Vice President Workforce Transformation Strategy Europe, IBM Global Technology Services, die Kooperation mit der Ergo.
Überraschend kommt die Zusammenarbeit zwischen der Ergo und IBM jedenfalls nicht. Bereits im November letzten Jahres hatte der Düsseldorfer Versicherer eine interne Lösung für die Verwaltung seiner Altbestände angekündigt. Hinter dem neuen Vorhaben steckt ein altbekanntes Problem der Ergo. Das Unternehmen braucht ohnehin für die Verwaltung der rund sechs Millionen klassischen Lebensversicherungen im geschlossenen Bestand dringend ein neues IT-System.
Eine Modernisierung und Erneuerung der IT-Plattform soll in einem ersten Schritt zu einer effizienteren Verwaltung führen, heißt es aus dem Unternehmen. Darüber hat Ergo mit verschiedenen Anbietern gesprochen. Ziel sei die gemeinsame Entwicklung einer modernen IT-Plattform zur Verwaltung des internen klassischen Lebensversicherungsgeschäftes.
Nun könnte man damit gleich mehrere Fliegen mit einer Klappe schlagen, in dem ein neues Gemeinschaftsunternehmen Ergo/IBM die neue, sehr kostspielige IT auch dazu nutzt, um anderen Versicherern die Bestands-Verwaltung anzudienen. Damit würde man selbst in den vermeintlich milliardenstarken "Run-off"-Markt einsteigen. Für die Munich Re, Mutter-Konzern der Ergo-Gruppe, dürfte eine schwere Last abfallen, wenn diese Möglichkeit gelingt. (vwh/td)
Bildquelle: Ergo
Ergo · IBM
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