Märkte & Vertrieb

Marsh: Cyber und Brexit stellen Versicherer vor Probleme

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Naturkatastrophen, Cyberrisiken und der Brexit gehören in diesem Jahr zu den größten Herausforderungen für die Versicherungsbranche. Hinzu kommen neue Vorschriften wie die Datenschutz-Grundverordnung, die von den Unternehmen strengere Sicherheitsmaßnahmen zum Schutz von Daten und Systemen erfordern. Zu diesem Ergebnis kommt der Versicherungsmarktreport 2018 für Deutschland des Industrieversicherungsmaklers Marsh.
Demnach haben die Naturkatastrophen und Großschäden des vergangenen Jahres den Druck auf die industrielle Sachversicherung weiter erhöht, konstatiert Marsh. Dennoch habe es durch den intensiven Wettbewerb keine Prämienerhöhungen für das Versicherungsjahr 2018 gegeben. Allerdings schreiben die in Deutschland tätigen Industriesachversicherer mehrheitlich weiterhin tiefrote Zahlen. Wohin die Reise gehen wird, werde sich in den kommenden Monaten zeigen, heißt es beim Versicherungsmakler.
In der Haftpflichtversicherung stehen auch weiterhin ausreichend Kapazitäten zur Verfügung. Dabei profitieren die Versicherungsnehmer besonders vom unverändert weichen Haftpflichtversicherungsmarkt durch beitragsfreie Erhöhungen der Limits/Sublimits ihrer Deckungen oder dem kostengünstigen Einkauf zusätzlicher Kapazitäten, so Marsh.
Allerdings gelte dies nur bedingt für die Produkthaftpflicht und den Kfz-Rückruf. Demnach achten die Versicherer laut Marsh vor allem auf Rückrufrisiken sowie auf Haftungsszenarien bei Elektromobilität, digitaler Vernetzung im Bereich Industrie 4.0, IT-Haftpflicht und Drohnen. So geht allein die Deutsche Flugsicherung davon aus, dass sich die Zahl von derzeit 500.000 Drohnen bis zum Jahr 2020 verdreifachen wird. Damit steige auch das Risiko von Sach- und Personenschäden durch Unfälle oder Eingriffe in die Privatsphäre. Zudem tangiere diese Entwicklung die Sicherheit des Flugverkehrs.
Im Bereich Cyberrisiken glauben die Experten von Marsh, dass auch in diesem Jahr Einzelschäden mit einer Summe von mehr als 100 Mio. Euro zu erwarten seien. Vor allem der Diebstahl von Daten werde zunehmend im Fokus professioneller Angreifer stehen. Zudem würden datengestützte Geschäftsmodelle durch die zunehmende Verbreitung von Systemen mit künstlicher Intelligenz sowie weitere digitale Innovationen zunehmend an Bedeutung gewinnen, prognostiziert Marsh.
Für die Kreditversicherer stehen in diesem Jahr laut Marsh erneut die politischen Risiken im Vordergrund. So werden der zunehmende Handelsprotektionismus und die damit verbundenen Handelssanktionen auch weiterhin die deutsche Wirtschaft im globalen Wirtschaftsverkehr negativ tangieren, prognostiziert Marsh. Zudem sei durch eine erhöhte Insolvenzhäufigkeit davon auszugehen, dass die Schäden im Bereich der Kreditversicherung im Jahr 2018 in Deutschland ansteigen werden.
Besonders im Fokus stehen dabei auch die Verhandlungen um den Brexit. "Unternehmen werden sich mit einer Vielzahl von Neuerungen auseinandersetzen müssen. Dazu gehören unter anderem die mögliche Verlagerung von Belegschaften und anhaltende Marktvolatilität aufgrund langwieriger politischer und regulatorischer Unsicherheiten. Die von der Versicherungswirtschaft zu regelnden Themen sind dabei vielfältig. Statt 'keep calm and carry on' diskutieren wir diese Aspekte bereits heute intensiv mit Markt und Kunden, um auf alle Szenarien vorbereitet zu sein", erläutert Thomas Olaynig, Chief Market Officer von Marsh Deutschland. (vwh/td)
Bild: Thomas Olaynig (Quelle: Marsh)
Marsh · Versicherungsmarktreport 2018