Unternehmen & Management

Württembergische streicht 60 Vertriebsstellen

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Die Württembergische will ihren Vertrieb fit für das digitale Zeitalter machen. Zu diesem Zweck will der Konzern auch an der Personalschraube drehen. Laut einem Bericht der Stuttgarter Nachrichten sollen von den bislang 160 Vollzeitstellen künftig 60 Arbeitsplätze wegfallen. Gleichzeitig sollen 25 neue Stellen für die Datenanalyse oder eine bessere Markt- und Wettbewerbsbeobachtung geschaffen werden.
Damit würden laut Bericht 22 Prozent der Vollzeitstellen im Innendienst gestrichen werden. Insgesamt sind bei der Württembergische rund 3.200 Vollzeitstellen im Innendienst angesiedelt. Dabei gehe es darum, "den Vertrieb ins digitale Zeitalter zu führen. Wir stellen uns neu auf und wollen die Digitalisierung nutzen, um im Vertrieb effizienter zu werden", begründet der designierte Vorstandsvorsitzende Thomas Bischof den Schritt.
Allerdings sollen betriebsbedingte Kündigungen ausgeschlossen werden, heißt es weiter, doch die Verhandlungen über einen Interessenausgleich und Sozialplan stehen laut Bericht erst am Anfang. Dabei müsse geklärt werden, welcher Mitarbeiter für neue Aufgaben geschult werden kann und wer für einen Wechsel innerhalb des Konzerns in Frage kommt. Auch Regelungen zur Altersteilzeit und Abfindungsangebote stehen dabei auf der Tagesordnung. Zudem stehe im Raum, dass sich jeder Mitarbeiter neu bewerben müsse.
Zudem fordert der künftige Vorstandschef laut Bericht eine verstärkte Kundensicht: "Wenn die Mitarbeiter enorm viel arbeiten, aber die Kunden nicht zufrieden sind, dann liegt das grundsätzlich an den Strukturen." Demnach sehe er unter anderem Verbesserungsbedarf an den Schnittstellen zwischen Innendienst und Versicherungsvermittlern. Zudem solle die Einführung neuer Produkte beschleunigt und der papierlose Versand ausgebaut werden. Dabei sollen die neuen Strukturen bereits bis 1. Juli geschaffen werden.
VWheute hat diesbezüglich bei der Württembergischen nachgefragt. Eine Antwort seitens des Konzerns stand hingegen bis Redaktionsschluss aus.
Laut einer aktuellen Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) sind derzeit übrigens 25 Prozent der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in Deutschland dem Risiko ausgesetzt, dass innerhalb ihres Berufs mehr als 70 Prozent der Tätigkeiten durch Computer oder computergesteuerte Maschinen übernommen werden könnten.
Demnach seien Helferberufe am stärksten davon gefährdet, von Computern oder computergesteuerten Maschinen ersetzt zu werden. In Expertenberufen ist das Risiko zwar am geringsten. Allerdings stieg auch hier der Anteil der Tätigkeiten, die potenziell von Computern erledigt werden könnten von 19 auf 24 Prozent. (vwh/td)
Bildquelle: W&W
Grafikquelle: Statista
W&W · Württembergische