Politik & Regulierung

Sicherheitskonferenz: Allianz zieht in den Cyberkrieg

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Cyberangriffe gehören mittlerweile längst zum Alltag. Wenig verwunderlich also, dass viele Unternehmen jüngsten Umfragen zufolge die Gefahren aus dem World Wide Web mittlerweile zu den größten Bedrohungen ansehen. Im Rahmen der Münchner Sicherheitskonferenz haben nun neun Großkonzerne eine "Charter of Trust" unterzeichnet, um Hackerangriffen wirkungsvoll zu begegnen, darunter auch die Allianz.
So definieren die Unterzeichner in der Charta insgesamt zehn Handlungsfelder für Cybersicherheit, in denen die Politik und die Unternehmen aktiv werden müssen. Dabei fordern die Akteure unter anderem verbindliche Regeln und Standards, um mehr Vertrauen in die Cybersicherheit aufzubauen. Ein Bestandteil ist dabei auch das Internet der Dinge.
Außerdem fordert die Charta von allen Herstellern, mehr Augenmerk auf die Sicherheit ihrer Produkte zu legen. "Unternehmen und – falls erforderlich – Regierungen müssen risikobasierte Regeln schaffen, die einen adäquaten Schutz quer durch alle Ebenen des Internets der Dinge sicherstellen, mit eindeutig definierten und verbindlichen Anforderungen", heißt es darin.
"Sichere digitale Netzwerke sind die kritische Infrastruktur, die unsere vernetzte Welt untermauert. Kanada begrüßt die Initiative dieser Schlüsselunternehmen, um einen sichereren Cyberspace zu schaffen. Cybersicherheit wird eine wichtige Rolle in Kanadas G7-Präsidentschaft spielen", betonte die kanadische Außenministerin Chrystia Freeland.
"Ein wichtiges Element des digitalen Wandels ist die Glaubwürdigkeit darüber, dass die Sicherheit von Daten und vernetzten Systemen gewährleistet ist. Deshalb müssen wir die digitale Welt sicherer und vertrauenswürdiger machen – es ist höchste Zeit, zu handeln", ergänzt Joe Kaeser, Vorstandsvorsitzender von Siemens. Neben dem Technologiekonzern finden sich auch Airbus, Daimler, die Allianz, IBM, NXP, die Deutsche Telekom, SGS sowie die Münchner Sicherheitskonferenz (MSC) als Gründungsmitglieder auf der Charta.

Deutlicher Anstieg der Schadenssummen durch Cyberkriminalität

Dass Cyberangriffe die Unternehmen teuer zu stehen kommen, zeigen aktuelle Zahlen aus der Politik. Demnach sind die Schadenssummen bei den statistisch erfassten Straftaten im Bereich Cyberkriminalität zwischen 2009 und 2016 um rund sechs Millionen auf über 16,7 Mio. Euro gestiegen. Im Jahr 2017 hat sich die Schadenssumme sogar auf 31 Mio. Euro verdoppelt. Dies berichtet der Berliner Kurier unter Berufung eine auf eine parlamentarische Anfrage des FDP-Abgeordneten Bernd Schlömer an das Bundesinnenministerium.
So verzeichneten die Behörden laut Bericht 6.720 Fälle von illegalem Ausspähen von Daten oder Computerbetrug durch illegal abgefangene Daten. Zudem registrierten die Behörden 28 Fälle von Computersabotage. So wurde beispielsweise die Deutsche Bahn im vergangenen Jahr um etwa 840.000 Euro durch online verkaufte Tickets erleichtert, die mit gestohlenen Kreditkartendaten erworben wurden.
Gleichzeitig registrierten die Behörden 26.861 Fälle (plus 2.400 gegenüber 2.400) im Bereich Internetkriminalität, in dem unter anderem unter anderem Delikte wie Waren- und Kreditbetrug, Leistungskreditbetrug oder die Verbreitung von Kinderpornografie erfasst werden. Die Schadenshöhe beziffern die Experten dabei auf fast 18,3 Mio. Euro. (vwh/td)
Bildquelle: Tim Reckmann / PIXELIO (www.pixelio.de)
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