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Die Allianz trotzt der Natur

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Die Allianz ist den Erwartungen der Analysten im Geschäftsjahr 2017 treu geblieben. Trotz spürbarer Schäden durch Naturkatastrophen legte der Konzern beim Umsatz um 3,0 Prozent auf 126,1 Mrd Euro zu. Unter dem Strich stand jedoch ein Nettogewinn von 7,207 Mrd. Euro - einem Minus von 1,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr (2016: 7,329 Mrd.). Die Dividende soll auf acht Euro je Aktie steigen.
So verzeichnete der Münchener Versicherungskonzern in der Kompositsparte ein leichtes Plus bei den Bruttobeitragseinnahmen auf 52,3 Mrd. Euro (2016: 51,5 Mrd.). Das operative Ergebnis sank 2017 im Vergleich zum Vorjahr um 7,5 Prozent auf 5,1 Mrd. Euro. Die Gründe dafür sieht die Allianz vor allem in den Schäden aus den Naturkatastrophen des vergangenen Jahres. Demnach stieg die Schaden-Kosten-Quote um 0,9 Prozentpunkte auf 95,2 Prozent.
Dabei musste die Allianz für die Wirbelstürme in den Vereinigten Staaten und der Karibik, aber auch für Stürme in Europa rund 1,1 Mrd. Euro (2016: (0,7 Mrd.) auszahlen. "Naturkatastrophen, Stürme und wetterbedingte Schäden spielten 2017 eine große Rolle. Aufgrund der starken zugrundeliegenden Leistungskennzahlen halten wir an unserem Ziel fest, die Schaden-Kosten-Quote bis Ende 2018 auf nachhaltige 94 Prozent zu verbessern", kommentiert Finanzvorstand Giulio Terzariol.

Deutliches Plus in der Leben- und Krankensparte

In der Leben- und Krankensparte verzeichnete die Allianz aufgrund des höheren Absatzes von kapitaleffizienten Produkten in Deutschland sowie von fondsgebundenen Verträgen in Italien und Taiwan ein Plus bei den Bruttobeitragseinnahmen um 4,1 Prozent auf 67,3 Mrd. Euro (2016: 64,6 Mrd.).
Beim operativen Ergebnis legte der Konzern um 3,1 Prozent auf 4,4 Mrd. Euro (2016: 4,3 Mrd.) zu. Der Neugeschäftswert stieg 2017 um 29,9 Prozent auf 1,9 Mrd. Euro. "Das Wachstum im Lebens- und Krankenversicherungsgeschäft beschleunigte sich 2017 mit der Umstellung auf kapitaleffizientere Produkte. Davon profitieren Kunden und Aktionäre gleichermaßen", betont Terzariol.

Assetmanager verzeichnen Nettomittelzuflüsse auf Rekordhöhe

Die beiden Assetmanager des Konzerns, Pimco und Allianz Global Investors konnten sich dabei vor neuem Geld kaum retten: So stieg das verwaltete Vermögen zum Jahresende 2017 um 87 Mrd. Euro auf 1.448 Mrd. Euro. Das operative Ergebnis stieg um 10,6 Prozent auf 2,4 Mrd. Euro (2016: 2,2 Mrd.).
"Das Jahr 2017 war ein Meilenstein für den Geschäftsbereich Asset Management. Die Nettomittelzuflüsse Dritter erreichten in diesem Jahr eine Rekordhöhe von 150 Mrd. Euro, da die Kunden die leistungsstarken Fonds sehr gut angenommen haben", kommentiert Allianz-Vorstand Jacqueline Hunt.

Höhere Dividende für die Aktionäre

Positiv wirkt sich für Allianz auch die Steuerreform in den USA aus, die der Allianz rund 300 Mio. Euro pro Jahr einbringen soll. Zum Vergleich: 2017 führte diese noch zu einem Verlust von 135 Mio. Euro. Zudem belastete der Verkauf der Oldenburgischen Landesbank die Kassen der Allianz mit einem Verlust von 210 Mio. Euro.
Und dennoch: "Die Gruppe hat ihre Ergebnisziele erreicht, ihre außerordentliche Kapitalstärke bewahrt und im Jahr 2017 Aktienrückkäufe an ihre Aktionäre in Höhe von drei Mrd. Euro abgeschlossen. Diese Erfolge sind vor allem auf die beeindruckenden Anstrengungen der Allianz Mitarbeiter auch bei der Umsetzung der Ziele der Renewal Agenda zurückzuführen", kommentiert Allianz-Vorstandchef Oliver Bäte.
"Mit dem Joint Venture mit LV= in Großbritannien und der weiteren Expansion in wachstumsstarken Märkten wie Afrika hat die Allianz wichtige strategische Meilensteine gesetzt. Darüber hinaus haben wir unsere Beteiligung an Euler Hermes auf über 90 Prozent aufgestockt und damit unser Engagement in der Schaden- und Unfallversicherung verstärkt", ergänzt Bäte.
"Die Gruppe ist zügig in das Jahr 2018 gestartet. Unsere Dreijahresziele sind in Reichweite. Wir sind zuversichtlich, dass die Allianz auch in diesem Jahr starke Geschäftsergebnisse erreichen wird. Die Gruppe strebt für 2018 ein operatives Ergebnis in Höhe von 11,1 Mrd, Euro an, plus/minus 500 Mio. Euro, vorbehaltlich unvorhergesehener Ereignisse", ergänzt Finanzvorstand Terzariol.
Demnach will eine Dividendenerhöhung um 5,3 Prozent auf 8,00 Euro je Aktie für 2017 vorschlagen, nach 7,60 Euro je Aktie im Vorjahr. (vwh/td)
Bild: Allianz-Vorstandschef Oliver Bäte (Quelle: ak)
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