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Insolvenzen sind in Deutschland weiter rückläufig

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
In Deutschland sind die Firmeninsolvenzen im Jahr 2017 erneut zurückgegangen. Demnach mussten im vergangenen Jahr 20.276 Unternehmen eine Insolvenz anmelden. Damit gingen die Firmenpleiten im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 6,9 Prozent (2016: 21.789 Firmeninsolvenzen), berichtet die Wirtschaftsauskunftei CRIF Bürgel. Dies entspricht dem achten Rückgang in Folge.
Allerdings haben sich die Schäden durch die Insolvenzen nach Angaben der Experten im Jahr 2017 auf 30,5 Mrd. Euro summiert. Im Vergleich zum Vorjahr sind die Insolvenzschäden damit um 12,9 Prozent angestiegen (2016: 27,0 Mrd. Euro). Im Zehn-Jahres-Vergleich verzeichnete die Wirtschaftsauskunftei lediglich im Jahr 2012 mit einem Insolvenzschaden von rund 41,0 Mrd. Euro einen noch höheren Wert. Zu den bekanntesten Insolvenzen im vergangenen Jahr gehören unter anderem die Pleiten der Fluggesellschaft Air Berlin, sowie von Tempton Personaldienstleistungen, Alno, Rickmers Holding, Solarworld, Butlers und dem Schneider Versand. Die durchschnittlichen Forderungsausfälle beliefen sich dabei auf rund 1,5 Mio. Euro pro Insolvenz.
Gemessen an den absoluten Insolvenzzahlen verzeichneten nach Angaben der Wirtschaftsauskunftei die Bundesländer Nordrhein-Westfalen (5.871 Firmeninsolvenzen), Bayern (2.589) und Baden-Württemberg (1.956) die meisten Firmenpleiten. Blickt man hingegen auf die Insolvenzdichte (Firmeninsolvenzen je 10.000 Unternehmen), liegt mit Berlin mit 92 Insolvenzen je 10.000 Unternehmen bundesweit an der Spitze vor Nordrhein-Westfalen (88 Insolvenzen) und Bremen (86 Insolvenzen). Schlusslichter sind Thüringen, Mecklenburg-Vorpommern und Baden-Württemberg mit jeweils 44 Insolvenzen sowie Bayern mit 43 Insolvenzen je 10.000 Unternehmen.
Im Vergleich zum Rekordjahr 2003 mit 39.320 Firmenpleiten hat sich demnach die Zahl der Unternehmensinsolvenzen seitdem nahezu halbiert. "Die Rahmenbedingungen für Firmen in Deutschland sind weiterhin gut. Unternehmen profitieren von der stabilen Konjunktur, den günstigen Finanzierungsbedingungen und dem erneut starken Export. Positiv auf die Unternehmen wirkt auch die Binnenkonjunktur, die durch einen Anstieg der verfügbaren Einkommen und Kaufkraft gestärkt wird", begründet Ingrid Riehl, Geschäftsführerin von CRIF Bürgel, den neuerlichen Rückgang der Insolvenzen.
Allerdings hält die Wirtschaftsauskunftei eine leichte Trendumkehr bei ein Unternehmensinsolvenzen in diesem Jahr für durchaus möglich. "Ein leichter Anstieg der Insolvenzzahlen ist nicht mehr auszuschließen. Bereits jetzt beobachten wir eine Zunahme der finanzschwachen und damit insolvenzgefährdeten Firmen. Zudem schwebt das Damoklesschwert einer möglichen Zinswende über der deutschen Wirtschaft", ergänzt Riehl. (vwh/td)
Bildquelle: Fotolia
Grafikquelle: CRIF Bürgel
Insolvenz · Crif Bürgel
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