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Vorwurf der Abzocke gegen Kfz-Versicherer

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Das wird die Branche nicht gerne lesen. Stiftung Warentest hat in der Kfz-Versicherung die Hochstufung der Schadenfreiheitsklassen nach einem Unfall untersucht. Das Ergebnis: Für Kunden wird es teuer, allerdings unterschiedlich stark. Einige Kfz-Versicherer "langen richtig zu", so die Verbraucherschützer. Dabei ist das Prinzip Schadenfreiheitsklasse schnell erklärt.
Unfallfreies Fahren wird von den Versicherern belohnt, ausgedrückt wird das mit der Schadenfreiheitsklasse (SFK). Nach jedem Jahr Unfallfreiheit gelangt ein Kunde in eine günstigere SFK, bekommt also einen bestimmten Prozentsatz vom Grundbetrag des Tarifs erlassen. Geschieht ein Unfall, verliert er einen Teil der SFK, wird also hochgestuft. Genau hier setzt die Kritik der Verbraucherschützer ein, denn die Hochstufung ist uneinheitlich, das mache sich finanziell stark bemerkbar.
Nach einem Unfall wird in der Kfz-Versicherung nicht eine Stufe zurückgestuft, sondern mehrere. Die Sparkassen Direkt stuft aus SF 15 in SF 6 zurück. Anbieter wie Europa, Gothaer, VHV und andere Kfz-Versicherer in SF 7, schreibt Stiftung Warentest. Das kostet bares Geld: Im Ergebnis liegen die Mehrkosten bei den meisten Tarifen der Untersuchung beim Vier- bis Fünffachen des bisherigen Jahresbeitrags.
In einigen Tarifen muss der Kunde sogar das Sechs- oder Siebenfache aufbringen. Am teuersten wird es laut den Testern in den Basistarifen von Bruderhilfe sowie Huk Coburg und Huk24. Bei diesen Unternehmen kostet die Rückstufung fast das Achtfache des Jahresbeitrags. Es überrascht, dass gerade der Kfz-Primus Huk in dieser Auflistung auftaucht.

Das schlechte Beispiel

Insgesamt wurden von den Testern 163 Tarife von 64 Gesellschaften verglichen. Der heftigste festgestellte Unterschied betrifft zwei eher kleinere Häuser: 1. 302 Euro kostet die Rückstufung eines Modellkunden im Basistarif der EuropaGo, 3.128 Euro zahlt er beim Münchner Verein – mehr als doppelt so viel.
Vielleicht sollten die Kfz-Versicherer ein System einrichten, in dem der Verlust von Schadenfreiheitsklassen einheitlich geschieht, je nach Schadenhöhe. Die Schadenfreiheitsklasse kann ja bereits von einer zur anderen Gesellschaft übernommen werden und schafft so Transparenz. (vwh/mv)
Bildquelle: Erich Kasten / Pixelio
Grafikquelle: Statista
Kfz-Versicherer · Kfz-Versicherung · Stiftung Warentest · HUK Coburg
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