15.02.2018Politik & Regulierung

US-Steuerreform belastet europäische Versicherer

Von VW-RedaktionVW heute
Die Steuerreform von US-Präsident Donald Trump wirkt sich auch auf die nichtamerikanischen Versicherungskonzerne. Demnach werden seit Jahresbeginn die Versicherungsprämien, welche von ausländischen Versicherern aus den USA zediert werden, mit zunächst fünf Prozent belastet. Ab 2019 erhöht sich die Steuerlast dann auf zehn Prozent und ab 2026 auf 12,5 Prozent.
Zudem könne die neu eingeführte US-Steuer auch einen Einfluss auf die US-Deckungen nichtamerikanischer Versicherer und ihre Prämiengestaltung haben, teilt der Gesamtverband der versicherungsnehmenden Wirtschaft (GVNW) mit. Demnach konnten die deutschen und europäischen Versicherer die US-Risiken ihrer deutschen Versicherungsnehmer im Rahmen internationaler Versicherungsprogramme mitversichern. Dabei werde regelmäßig die in den USA eingenommene Versicherungsprämie nach Deutschland bzw. Europa zediert. Diese Geldflüsse sollen nach Angaben des GVNW nun mit der neuen Steuer belastet werden.
Ein weiterer Faktor bei der Besteuerung sei zudem der Umsatz der US-Tochter, heißt es beim Verband weiter. Die relevante Nenngröße sei dabei ein Umsatz von mindestens 500 Mio. US-Dollar im Durchschnitt der letzten drei Jahre. Weitere Nenngrößen sind nach Angaben des Verbandes auch der Anteil der abgeführten immateriellen Leistungen von der US-Tochter an die Nicht-US-Mutter (mindestens drei Prozent der Kosten) sowie vom Anteil der Mutter an der US-Tochter (mindestens 25 Prozent). Neben den Erstversicherern sind laut Verband auch die Rückversicherer von der neuen Regelung in den USA betroffen, die insbesondere einen Fokus auf die Rückversicherer auf den Bermudas lege.
Aus Sicht des GVNW stehe es dennoch zu befürchten, dass die neue Steuer direkten oder indirekten Einfluss auf die Gestaltung und vor allem den Preis des Versicherungsschutzes von US-Risiken deutscher Unternehmen nehmen wird. Die konkreten Auswirkungen könnten sich spätestens bei der Erneuerung der Versicherungsverträge für 2019 zeigen, teilt der Verband mit. (vwh/td)
Bildquelle: Tim Reckmann / PIXELIO (www.pixelio.de)
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