Köpfe & Positionen

Leitermann hält Jagdfeld für "nicht wichtig genug"

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Der Schadensersatz-Prozess des Adlon-Investoren Anno August Jagdfeld geht in dieser Woche in die nunmehr heiße Phase. So mussten am vierten Tag der Beweisaufnahme auch drei Vorstandsmitglieder vor Gericht aussagen, darunter auch Vorstandschef Ulrich Leitermann. Dabei bestätigte dieser laut einem Bericht der Bild, dass der Versicherer einer Schutzgemeinschaft von Adlon-Angelegern beigetreten sei.
Dies sei nach Aussage Leitermanns auf Anraten des zuständigen Bereichsleiters gewesen, berichtet die Bild und nennt dabei als Grund die Sorge im entgangene Gewinne aus dem Fonds des Klägers. Dabei war der Dortmunder Versicherer mit fünf Mio. Euro beteiligt gewesen. "Das waren aber nur 0,01 Prozent der von mir zu diesem Zeitpunkt verantworteten Beteiligungen", wird Leitermann zitiert.
Allerdings liegen die Vorwürfe gegen den Vorstandschef der Signal Iduna und seine Vorstandskollegen bereits lange zurück. Laut einem Bericht des Handelsblatt soll der Konzern zwischen 2009 und 2011 einen Rechtsanwalt damit beauftragt haben, Jagdfeld als Geschäftsführer des Adlon-Fonds abzusetzen. Dabei habe Leitermann den Juristen beauftragt, Ansprüche gegen Jagdfeld zu prüfen. Dessen Begründung: "Die Gelder der Versicherten waren in Gefahr".
Zudem sei es beim Beitritt in die Anleger-Schutzgemeinschaft vor allem um "Transparenz" gegangen. "Es ist die Aufgabe und die Pflicht einer Versicherung, deren Kunden die Versicherungsnehmer sind, bei Kenntnis von fragwürdigen Vorgängen zu handeln", betonte der Vorstandsvorsitzende des Dortmunder Versicherers.
Den Vorwurf einer Rufmord-Kampagne wies Leitermann hingegen entschieden zurück: "Wieso sollte ich dann also eine Kampagne ins Leben rufen? Ich hatte doch persönlich nicht mal Streit mit Herrn Jagdfeld". Auch die Beteiligung an am Adlon-Fonds sei für die Signal Iduna keine große Sache für den Versicherer zu sein, ergänzte Leitermann: "Mit Verlauf, Herr Jagdfeld, damit waren Sie und unsere Beteiligung am Adlon-Fonds für unser Haus nicht wichtig genug". (vwh/td)
Bild: Ulrich Leitermann (Quelle: Signal Iduna)
Signal Iduna · Ulrich Leitermann · Anno August Jagdfeld
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