14.02.2018Köpfe & Positionen

PKV-Ombudsmann fordert neue Gebührenordnung

Von VW-RedaktionVW heute
Heinz Lanfermann ist kein Fan der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) ist. Die bisherige Ordnung sorgt beim Ombudsmann für die private Krankenversicherung nämlich für ein höheres Beschwerdeaufkommen. Bei außergerichtlichen Schlichtungen wäre die GOÄ häufig der Stein des Anstoßes. Die Beschwerden stiegen 2017 deutlich an.
Aus dem Bericht des Ombudsmannes für das vergangene Jahr geht hervor, dass die Beschwerden der versicherten sich gegenüber 2016 um knapp über zehn Prozent auf 6708 Schlichtungsanträge erhöht haben, 5728 davon waren zulässig, also rund 85 Prozent. Der neue Anstieg lasse sich daraus erklären, dass die Unternehmen neuerdings verpflichtet wären, die Versicherten über den PKV-Ombudsmann zu informieren. Die Quote der Schlichtungen lag im Jahr 2017 bei „knapp über 27 Prozent“, wie man dem Bericht des Ombudsmanns entnehmen kann.
Eine wichtige Rolle bei Streitigkeiten zwischen Versicherer und Kunde sind Abrechnungen der Ärzte nach GOÄ. Die PKV-Unternehmen lehnen manche Forderungen der Ärzte als unbegründet ab und verweigern die Zahlung. Der Kunde steht dann zwischen Arzt und Versicherer. Fast zwanzig Prozent der Kundenbeschwerden in der Vollversicherung lagen Gebührenstreitigkeiten zu Grunde, übertroffen nur noch von Zweifeln seitens der Versicherer an der medizinischen Notwendigkeit von Behandlungen. Lanfermann glaubt, eine neue Gebührenordnung könnte diesem Problem Abhilfe schaffen.

Naht Hilfe?

Hilfe ist bereits unterwegs, aber sehr langsam. PKV-Verbandschef Uwe Laue merkte auf der GDV-Jahrespressekonferenz an, dass er zwar nicht an die von der SPD angedachten Angleichung der Arzthonorare glaube, der PKV-Verband allerdings "seit Jahren“ mit der Bundesärztekammer an einer neuen Gebührenordnung arbeite". Man befände sich "auf der Zielgeraden", die Länge dieser sei aber ungewiss.
Bild: Heinz Lanfermann (Quelle: Ombudsmann PKV)
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