Märkte & Vertrieb

Lebensversicherer in der Sackgasse

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Die Lebensversicherer stecken fest. Auf der einen Seite macht den Unternehmen das Zinsniveau seit Jahren schwer zu schaffen, auf der anderen sind wirkliche Innovationen rar. Die Branche ist nun gezwungen, stärker auf Risiko- und alternative Produkte zu setzen. Ob das reicht, um eine Trendwende herbeizuführen, bleibt fraglich.
Es verwundert wenig, dass Walter Botermann, CEO der Alte Leipziger, auf dem 11. S&P Global Ratings Versicherungssymposiums mehrere Stellschrauben ausmachte, an denen die Lebensversicherer heftig schrauben müssen.
Wichtig sei vor allem, "den Kontakt zu den Kunden zu halten". Zudem ergebe sich gerade im Bereich Biometrie erhebliches Potenzial für die Lebensversicherer. Dennoch werde sich bis 2020 keine wesentlich bessere Ertragskraft ergeben. "Wir haben weiterhin schwere Jahre vor uns", resümiert der Manager.
Im Betriebsrentenstärkungsgesetz sieht er "einen Innovationsschub, der sich allerdings nicht richtig entfaltet". Kritisch sei die Frage, wie sich die Garantien und die künftige Zielrente darstellen werden. Zudem hätten die meisten Hybridprodukte ebenfalls Garantien. Der Kunde sei an einer gewissen Sicherheit interessiert. Intelligente und kapitalmarktorientierte Produkte sind gefragt.

Kein Revival der Klassik

Daniel von Borries, CFO von Swiss Life Deutschland, gibt sich hingegen vorsichtig optimistisch. Es sei positiv, verstärkt in die Biometrie zu gehen. "Ein Revival der Klassik" dagegen könne sich der Manager angesichts des derzeitigen Marktumfeldes jedoch nicht vorstellen.
Ein Feuerwerk an Produkten bemerkt Michael Kurtenbach. Der Leben-Vorstand der Gothaer sieht gerade in der Biometrie "noch Marktvolumen und Potenzial". Zudem rechnet er in den kommenden zwei Jahren dank des Produktumbaus in den Konzernen mit einer deutlich besseren Situation.
Mit Blick auf die Zukunft des Lebensversicherungsmarktes ist die Meinung des versammelten Fachpublikums jedenfalls eindeutig: Bei stabilen Stornoquoten werde das Marktvolumen bis 2020 weiterhin schrumpfen. (td)
Bildquelle: Bernd Sterzl /  PIXELIO
Altersvorsorge · Lebensversicherung · Finanzprodukte · Kapital
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