Politik & Regulierung

Bafin überwacht künftig Vermittler

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Die Groko hat einen für Finanzanlagenvermittler entscheidenden Passus in den Koalitionsvertrag geschrieben: "Wir werden zur Herstellung einer einheitlichen und qualitativ hochwertigen Finanzaufsicht die Aufsicht über die freien Finanzanlagevermittler schrittweise auf die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht übertragen." VWheute hat bei Bafin und Verbraucherschützern nachgefragt.
Die Frage, ob die Bafin vorab von den Plänen informiert wurde, wollte die Bundesanstalt ebenfalls nicht beantworten. Das lässt Raum für Spekulationen. Die Aussage ist besonders dann interessant, wenn man die Aussage von Norman Wirth, Geschäftsführender Vorstand des Bundesverbandes Finanzdienstleistung (AfW) danebenstellt. Laut Wirth stehe der Behörde zu wenig Personal zur Verfügung, um die Aufgaben der IHKs zu bewerkstelligen. Besonders da ja auch unterschiedliche Gesetzesgrundlagen berücksichtigt und die Umsetzung von Mifid II und IDD-Regeln überwacht werden müssen. Wusste die Bafin also noch gar nichts von ihrem neuen Aufgabenglück? Die Behörde wollte sich zu der Änderung "nicht äußern". Der momentane Kenntnisstand sei noch "zu vage", um den Sachverhalt zu kommentieren.

Verbraucherschützer nicht zufrieden

Man sollte annehmen, dass zumindest die Verbraucherschützer es begrüßen würden, wenn die von Ihnen oft gescholtenen Vermittler direkt von der Bafin beaufsichtigt würden, doch die Schützer wollen mehr. "Diese Ankündigung im Koalitionsvertrag ist bloßes Stückwerk, das zu viele Fragen offenlässt. Wir brauchen eine einheitliche Aufsicht für alle Sektoren des Finanzdienstleistungsbereichs: Banken, Wertpapiere und Versicherungen. Zur Herstellung eines sektorenübergreifenden gleichwertig starken Verbraucherschutzniveaus über alle Sektoren ist es nicht zielführend, lediglich die freien Finanzanlagevermittler der Bafin-Aufsicht zu unterstellen", sagt Constantin Papaspyratos, Sprecher Stabsstelle Rechts- und Fachberatung, Bund der Versicherten.
Es wird interessant werden, wie das endgültige Papier der Groko zum Thema Finanzanlagenvermittler aussehen wird, bis dahin bleibt festzuhalten, dass die Bafin einen größeren Aufgabenbereich bekommt, ihre Position also gestärkt wird. (vwh/mv)
Bild: Bafin (Quelle: Bafin)
BaFin · Vermittler · Bund der Versicherten · 34f
Auch interessant
Zurück
12.03.2019VWheute
DKV-Chef: "Kunden möchten nicht über­wacht werden" "Unsere Tarife sind risikogerecht und nachhaltig. Jeder PKV-Kunde entlastet mit seiner …
DKV-Chef: "Kunden möchten nicht über­wacht werden"
"Unsere Tarife sind risikogerecht und nachhaltig. Jeder PKV-Kunde entlastet mit seiner Altersrückstellung unsere Kinder und Enkel", glaubt Clemens Muth, Vorstandsvorsitzender DKV. Im Interview mit VWheute spricht er übe…
12.06.2017VWheute
Bafin über­wacht über ein Drittel der Lebens­ver­si­cherer Die Branche musste im Mai dieses Jahres gegenüber der Finanzaufsicht Bafin Farbe bekennen. …
Bafin über­wacht über ein Drittel der Lebens­ver­si­cherer
Die Branche musste im Mai dieses Jahres gegenüber der Finanzaufsicht Bafin Farbe bekennen. Sowohl der Solvency and Financial Condition Report (SFCR) wie auch der Regular Supervisory Report (RSR) wurden fällig. Alle 84 …
10.10.2016VWheute
Wenig Bewe­gung bei den Vermitt­ler­zahlen Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) hat seine Statistiken über die Vermittler-Registrierung…
Wenig Bewe­gung bei den Vermitt­ler­zahlen
Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) hat seine Statistiken über die Vermittler-Registrierung für das dritte Quartal veröffentlicht. Die registrierten Versicherungsvermittler blieben insgesamt zu Ende September mit 230.434 …
10.02.2016VWheute
Maas: Gesund­heits­daten dürfen nicht über­wacht werden Rund ein Drittel der Deutschen nutzt bereits Fitness-Tracker. Das ergab eine Umfrage, die …
Maas: Gesund­heits­daten dürfen nicht über­wacht werden
Rund ein Drittel der Deutschen nutzt bereits Fitness-Tracker. Das ergab eine Umfrage, die Bundesverbraucherminister Heiko Maas aus Anlass des Safer Internet Day in Berlin vorgestellt hat. Er will die Nutzung per Gesetz …
Weiter