08.02.2018Politik & Regulierung

Kunden missfallen Run-Offs

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Es kann eigentlich nicht überraschen: Eine Mehrheit der Deutschen ist gegen den Verkauf von bestehenden Lebensversicherungsverträgen an sogenannte Abwickler. Die eingegangene langfristige Vertragsbeziehung mit dem ursprünglichen Versicherungsunternehmen sollte laut den Verbrauchern bis zum Vertragsende aufrechterhalten werden. Es sei eine Vertrauenssache, finden vor allem ältere Versicherungsnehmer, die Run-Offs ablehnen.
Diese wenig verblüffende Einschätzung zum Thema Run-Offs ergab eine Meinungsumfrage von INSA Consulere, die das Unternehmen im Auftrag des Deutschen Instituts für Altersvorsorge (DIA) durchführte. Bei der Ankündigung von Bestandsverkäufen betonen die Versicherer stets, dass dies zum Nutzen und im Interesse der Kunden sei. Der Abwickler könne die übernommenen Bestände effizienter verwalten. Dadurch sänken die Kosten, was sich vorteilhaft für die Rendite der Lebensversicherungen auswirke. Das glaubt aber nur etwa die Hälfte der Versicherten.

Das Vertrauen bröckelt

Selbst wenn keinerlei Nachteile entstehen, findet mehr als die Hälfte der Befragten, dass durch den Verkauf das Vertrauen in die Versicherung und den Anbieter geschwächt wird. Lediglich 13 Prozent meinen, dass dies bei Run-Offs nicht der Fall ist. Ungefähr ein Viertel weiß keine Antwort darauf.
Vor allem Ältere empfinden einen solchen Vertrauensverlust. Unter den 55-Jährigen und Älteren gaben bis zu 63 Prozent eine solche Einschätzung ab. Damit dürfte der Vertrauensverlust bei den Vertragsinhabern der verkauften Bestände sogar noch über dem Durchschnitt von 51 Prozent liegen, da diese Kundschaft tendenziell älter ist als die befragte Stichprobe. (vwh/mv)
Bildquelle: Lebensversicherung (Quelle: Fotolia)
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