08.02.2018Märkte & Vertrieb

Aon Hewitt sieht Nachholbedarf bei bAV für Azubis

Von VW-RedaktionVW heute
Die betriebliche Altersvorsorge (bAV) spielt auch für Auszubildende eine wichtige Rolle. Laut einer Studie von Aon Hewitt bieten rund 85 Prozent aller Unternehmen eine Entgeltumwandlung als Weg zur Altersvorsorge an. Bei arbeitgeberfinanzierten Versorgungangeboten liegt die Quote mit unter 60 Prozent erheblich niedriger. Neben dem finanziellen Aufwand scheuen die befragten Unternehmen vor allem den administrativen Aufwand.
So kommen die Experten von Aon Hewitt in ihrer Studie zu dem Ergebnis, dass rund drei Viertel aller Unternehmen, welche ihre bAV über eine Direktversicherung, eine Pensionskasse oder einen Pensionsfonds abwickeln, ihre Azubis in die betriebliche Altersversorgung mit ein. Zum Vergleich: Bei Unternehmen, welche auf die Direktzusage oder eine Unterstützungskasse setzen, werden nur 30 Prozent der Auszubildenden in die bAV einbezogen.
Besonders auffällig ist nach Angaben der Aon-Experten auch hohe Anteil externer Versorgungswerke mit versorgungsberechtigten Auszubildenden. Dennoch scheint die bAV keine große Rolle bei der Anwerbung von Auszubildenden zu spielen. Auch die Neuerungen des Betriebsrentenstärkungsgesetzes (BRSG) scheinen die Unternehmen bislang nicht dafür zu überzeugen, ihre Azubis in die bAV mit einzubeziehen.
"Es zeigt sich deutlich, dass die externe Betreuung der betrieblichen Altersversorgung sowohl den Mitarbeitern als auch den Unternehmen deutliche Vorteile bietet. Die zunehmende Digitalisierung der Prozesse wird künftig einige der Hürden aus dem Weg räumen, die bisher dem Nachwuchs im Wege stehen", kommentiert Fred Marchlewski, Geschäftsführer von Aon Hewitt, die Studienergebnisse.
"Wir waren selbst überrascht, wie viele Unternehmen bereits heute ihren Auszubildenden Angebote zur betrieblichen Altersversorgung machen. Die Förderung für Geringverdiener nach dem Betriebsrentenstärkungsgesetz (BRSG) wird sich hier sicher weiter positiv auswirken. Abzuwarten bleibt auch, welchen Einfluss künftige Opting-Out-Modelle haben werden", ergänzt Angelika Brandl, Studienleiterin bei Aon Hewitt.
Ungeachtet dessen gewinnt die bAV für die deutschen Lebensversicherer zunehmend an Bedeutung. So stieg Zahl der bAV-Verträge nach vorläufigen Angaben des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) um 1,9 Prozent auf über 15,7 Millionen. Das Beitragsvolumen legte um 5,7 Prozent bzw. auf rund 19,4 Mrd. Euro zu. (vwh/td)
Bildquelle: Siegbert Pinger / PIXELIO (www.pixelio.de)
bAV · betriebliche Altersvorsorge · Aon Hewitt · Auszubildende
VW-Redaktion