Politik & Regulierung

Kommt bald der "Standard-Riester?"

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Die Riester-Rente ist derzeit bekanntlich nicht unumstritten. Erst vor wenigen Wochen übten die Verbraucherschützer scharfe Kritik an dem Modell, insbesondere mit Blick auf die Kosten. Medienberichten zufolge wollen Union und SPD nun ein einheitliches Riester-Produkt schaffen. Dazu sollen auch Gespräche mit der Versicherungsbranche geführt werden.
Demnach will die Politik einen Dialogprozess anstoßen mit dem Ziel, zügig ein "attraktives standardisiertes Riester-Produkt" zu entwickeln. Gleichzeitig will die alte und wohl auch neue "Groko" weiterhin am Drei-Säulen-Modell aus gesetzlicher Rente, betrieblicher sowie privater Altersvorsorge festhalten. Dies berichtet das Handelsblatt unter Berufung auf Verhandlungskreise.
Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) wollte dies hingegen auf Anfrage von VWheute nicht kommentieren. So könne der Verband "nur konkrete Vorschläge nach Abschluss der Koalitionsverhandlungen kommentieren", betonte ein Sprecher des Verbandes. Dennoch scheint der GDV diesbezüglich zumindest Gesprächsbereitschaft zu signalisieren: "Selbstverständlich werden wir uns mit einem Standardprodukt auseinandersetzen, wenn die Politik dies wünscht", betonte GDV-Präsident Wolfgang Weiler auf der Jahrespressekonferenz in der vergangenen Woche.

Verbraucherschützer kritisieren Kosten

Bereits Anfang des Jahres hatten der Bundesverband der Verbraucherschützer moniert, dass die Kosten für die Riester-Produkte in vielen Fällen zu hoch seien. Bis auf wenige Ausnahmen würden Produkte angeboten, "die die Erwartungen der Politik an kosteneffiziente Angebote zur kapitalgedeckten Altersvorsorge nicht erfüllen", kritisierte der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv).
Dabei hatten die Verbraucherschützer 18 Produkte, darunter klassische Rentenversicherungen und fondsgebundene Modelle, mit unterschiedlichen Laufzeiten untersucht. Dabei seien die Effektivkosten in den meisten Fällen höher als Wert, der sich aus den Annahmen des Alterssicherungsberichts der Bundesregierung ergibt.
Der GDV hielt die Untersuchung hingegen für methodisch nicht haltbar. "Die Verbraucherschützer rechnen nicht richtig, wenn sie die Kostenannahmen im Alterssicherungsbericht der Bundesregierung mit den Effektivkosten in den Produktinformationsblättern vergleichen", betonte GDV-Geschäftsführer Peter Schwark in einer Stellungnahme. (vwh/td)
Bildquelle: birgitH / PIXELIO (www.pixelio.de)
Riester-Rente
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