01.02.2018Märkte & Vertrieb

Versicherte wollen mehr Individualität

Von VW-RedaktionVW heute
Individualität statt Einheitsbrei: Personalisierte Versicherungstarife stehen bei den Bundesbürgern derzeit voll im Kurs. Laut einer aktuellen Umfrage des Marktforschungsinstitutes Yougov im Auftrag von Adcubum befürworten 58 Prozent der Deutschen die Möglichkeit, ihren Versicherungsschutz auf ihren persönlichen Bedarf zuschneiden zu können. Dies könne entweder nach dem Baukastenprinzip erfolgen oder anhand von Verhaltensdaten.
Allerdings nutzt aber nur etwa jeder 25. Versicherte hierzulande einen Tarif, dessen Beitragshöhe er durch eigenes Handeln beeinflussen kann, konstatieren die Studienautoren weiter. So möchten 31 Prozent der Befragten zwar die Möglichkeit haben, eine Versicherung aus verschiedenen Bausteinen zusammenzustellen. Allerdings lehnen es die befragten Bundesbürger jedoch ab, ihren Tarif über persönliche Informationen wie etwa Smart-Home-, Fahr- und Fitness-Daten zu individualisieren.
Lediglich neun Prozent der Bundesbürger der 2.049 befragten erwachsenen Bundesbürgern würden ihre Verhaltensdetails preisgeben, wenn der Versicherungsbeitrag ihrem Risiko entspricht. Zudem würden 14 Prozent der Befragten beide Varianten nutzen, wenn sie dafür ein besseres Angebot erhalten. In der Praxis haben jedoch laut Studie bislang alle Befragten keine entsprechenden Verträge abgeschlossen. Nur vier Prozent der Umfrageteilnehmer nutzen bereits einen Tarif, dessen Beitrag sie durch ihr Verhalten beeinflussen können. Ein Beispiel dafür sind die Telematik-Tarife in der Kfz-Versicherung, bei denen gutes Fahrverhalten belohnt wird.
"Die Umfrage zeigt, dass die Bundesbürger reif sind für Policen, die auf ihre Lebenssituation und ihre persönlichen Risiken abgestimmt sind. Sie interessieren sich vor allem für Baukastensysteme mit kleinen Produktbausteinen. Was beim Autokauf selbstverständlich ist, sollte auch in der Assekuranz Routine werden. Die Freigabe von Verhaltensdaten zur Ermittlung individueller Tarife gewinnt ebenfalls an Bedeutung, wenngleich die Teilnehmer dies noch etwas skeptischer sehen", kommentiert Michael Süß, Geschäftsführer der Adcubum Deutschland GmbH.
Darüber hinaus würde laut Studie etwa jeder vierte Bundesbürger anstelle seiner einzelnen Verträge im Kranken-, Lebens- und Sachbereich lieber eine Komplett-Versicherung, eine sogenannte "All-Risk-Versicherung" bevorzugen, mit der er sämtliche Dinge und Risiken absichern kann. Allerdings zeigen sich 53 Prozent der Befragten bei diesem Thema eher unentschlossen. "Hier ist die Branche insgesamt gefragt, den Kunden mit attraktiven, individuellen und aus Kundensicht vor allem unkomplizierten Lösungen zu erreichen. Wer sich seine Versicherungen für seine konkrete Lebenssituation zusammenstellen kann - ob in kleinen Modulen oder als individuelles Komplettpaket - wird sich bestimmt auch intensiver mit diesem Thema beschäftigen. Wichtig dabei: Die Produkte müssen verständlich und die Prozesse für den Kunden einfach sein", kommentiert Süß. (vwh/td)
Bildquelle: Alexander Klaus / PIXELIO (www.pixelio.de)
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