Märkte & Vertrieb

Jeder fünfte Makler verkauft Cyberpolicen

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Internetkriminalität gehört derzeit bekanntlich zu den größten Risiken für Unternehmen und Privatkunden. Dementsprechend steigt auch die Nachfrage nach entsprechendem Versicherungsschutz. Allerdings ist die Nachfrage nach gewerblichen Angeboten derzeit ungleich höher als im Privatkundengeschäft. So vermittelt derzeit bereits jeder fünfte Makler entsprechende Cyberpolicen.
Dabei gehören die bereits aktiven gewerblichen Cyber-Vermittler überwiegend größeren Maklerbüros mit drei oder mehr Mitarbeitern. Zudem gehört ein Großteil von ihnen keinem Maklerpool an. Allerdings hat das Cyber-Geschäft derzeit noch keinen großen Anteil am gesamten Geschäftsvolumen. Dies geht aus einer Studie des Analysehauses MRTK unter 301 Maklern und Mehrfachagenten hervor, die dem Finanzmagazin Procontra online vorliegt.
So gaben 86 Prozent der Befragten an, dass dieser Zweig bislang nur ein bis fünf Prozent des gesamten Bestandsvolumens ausmacht. Gleichzeitig gehen über 80 Prozent davon aus, dass dieser Zweig im Gewerbegeschäft noch weiter wachsen wird. Dabei stehen laut Umfrage vor allem kleine Unternehmen mit bis zu 50 Mitarbeitern im Fokus der Vermittler. Beste Produktgeber sind für die Befragten derzeit der Spezialversicherer Hiscox (33 Prozent), die Allianz (23 Prozent), sowie die R+V mit einem Anteil von 20 Prozent der Befragten.

Deutlich weniger Nachfrage im Privatkundengeschäft

Deutlich anders stellt sich die Situation laut Studie hingegen im Privatkundengeschäft dar. So haben bislang lediglich sieben Prozent der Befragten bislang eine private Cyberpolice vermittelt. 14 Prozent haben sich mit diesem Geschäftszweig zumindest beschäftigt.
Dennoch misst nur jeder zweite Makler und Mehrfachagent dem privaten Cybergeschäft derzeit eine besondere Rolle zu. Die wichtigsten Leistungsmerkmale sehen die Befragten dabei in Vermögensschäden durch Identitätsmissbrauch (87 Prozent), Datenrettung nach einem Hackerangriff sowie die Unterstützung bei der Wiederherstellung verlorener Daten (jeweils 84 Prozent).
Allerdings vermitteln 60 Prozent der Befragten einen privaten Cyberschutz als Baustein zu einem anderen Vertrag. Lediglich 35 Prozent vermitteln bereits Einzelprodukte. Entsprechende Tarife werden laut Studie derzeit am häufigsten bei der Axa (34 Prozent), der Allianz (24 Prozent), sowie der VHV mit einem Anteil von 15 Prozent nachgefragt.
Dennoch haben sich 43 Prozent der befragten Vermittler derzeit noch gar nicht mit Cyberversicherungen beschäftigt. Während 41 Prozent davon keinen Kundenbedarf als Hauptgrund sehen, nannte jeder fünfte Befragte einen anderen Tätigkeitsschwerpunkt als wesentlichen Grund.

Milliardenschaden durch Cyberkriminalität

Dabei scheint der Bedarf an privaten Cyberpolicen durchaus groß zu sein. So zählt allein der Norton Cyber Security Insights Report im vergangenen Jahr weltweit rund 978 Millionen Cyberkriminalitäts-Opfer in 20 Ländern, darunter allein 23,4 Millionen in Deutschland. Der wirtschaftliche Gesamtschaden beläuft sich dabei nach Einschätzung der Experten auf 172 Mrd. US-Dollar. Das sind im Schnitt 142 US-Dollar pro Fall. Die häufigsten Formen von Internetkriminalität sind laut Report Viren, gestohlene Passwörter und Kreditkartenbetrug.
Zudem verzeichnete das Bundeskriminalamt (BKA) allein im Jahr 2016 einen Rekordwert von 82.649 Straftaten im Bereich Cyberkriminalität. Dennoch sehen dir Internetnutzer in Deutschland derzeit noch keinen Bedarf an einer privaten Cyberpolice. So will sich laut einer Umfrage des Digitalverbandes Bitkom aktuell jeder zweite Bundesbürger (52 Prozent) auf keinen Fall gegen Cyberkriminalität versichern. Lediglich 19 Prozent der Befragten können sich zumindest vorstellen, sich gegen kriminelle Vorfälle aus dem Internet zu versichern. Nur fünf Prozent gaben hingegen an, sich in jedem Fall gegen Cyberkriminalität versichern zu wollen.
Wesentlich sensibler für die digitalen Risiken zeigen sich dabei die deutschen Unternehmen: Immerhin 51 Prozent schätzen Cyber-Risiken laut Risiko-Barometer 2018 der Allianz als wesentliches Risiko ein. Zudem fürchten viele Unternehmenslenker rund um den Globus, dass die Geopolitik den digitalen "Krieg ohne Regeln" noch weiter verschärfen werden. (vwh/td)
Bildquelle: Tim Reckmann / PIXELIO (www.pixelio.de)
Grafikquelle: Statista
Cyberversicherung
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