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IFRS 17 kostet Versicherer richtig Geld

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Der neue Rechnungslegungsstandard wird die Versicherungsbranche teuer zu stehen kommen: Wenn IFRS 17 kommt, werden die Versicherer mit steigenden Kapitalkosten zu kämpfen haben, sagt die Ratingagentur Fitch. Die Investoren werden sich mit dem neuen Standard dagegen schnell anfreunden, so die Prognose der Experten des Analysehauses.
Die Branche steht niemals still, die Regulierung sowieso nicht: Die neuen Bilanzierungsvorgaben treten ab 1. Januar 2021 ein. Verpflichtend sind sie zunächst nur für die Konzernabschlüsse kapitalmarktorientierter Versicherer, wie der GDV erklärt. Das Ziel der neuen Regelung ist ein internationaler Rechnungslegungsstandard, der eine weltweit einheitliche Grundlage für die Bilanzierung von Versicherungsverträgen schafft. Die Informationen sollen die Auswirkungen von Versicherungsverträgen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage sowie die Zahlungsströme eines Unternehmens aufzeigen und eine Bewertung (durch die Aufseher) ermöglichen.
Die zunehmende Regulierung hat laut Fitch bereits Folgen. Viele Investoren betrachten den Sektor Versicherung bereits als kompliziert und bleiben fern. Die Branche macht sich derweil keine Illusionen, wer die Kosten der neuen Regelung tragen wird, wie eine Umfrage auf einer aktuellen Veranstaltung von Fitch zeigt, an der 93 Personen teilnahmen. 35 Prozent der Befragten rechnen mit höheren, 39 Prozent mit gleichbleibenden Kosten. An eine Kostensenkung glauben 13 Prozent.
Die Ratingagentur glaubt, dass die Implementierung der neuen Richtlinie Zeit kosten wird und nach der Einführung (zunächst) zu Konfusion führen wird. Die Investoren werden für das Verstehen und die Vorteile etwas Zeit benötigen, um die "analytischen Metriken" zu verstehen. In der Folge werden sie jedoch die Vorteile erkennen. Auf die Beurteilung von Unternehmen wird der neue Standard keinen Einfluss haben, die "ökonomische Substanz" der Versicherer-Bilanzen wird sich durch IFRS 17 nicht verändern, ist sich Fitch sicher. (vwh/mv)
Fitch · Regulierung · Versicherungsbranche · IFRS 17
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