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Coface erwartet viel Wachstum und noch mehr Risiko

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Die globale Wirtschaft wird in diesem Jahr spürbar wachsen. Gleichzeitig nehmen die politischen wie wirtschaftlichen Risiken zu. So lautet die aktuelle Bestandsaufnahme des Kreditversicherers Coface. So rechnen die Experten in diesem Jahr mit einem Wirtschaftswachstum von 3,2 Prozent. Gleichzeitig warnt der Kreditversicherer derzeit besonders vor drei Risikofeldern.
Dazu zählen laut Coface vor allem eine konjunkturelle Überhitzung in entwickelten Ländern, Bankenprobleme in China und soziale Instabilität in Emerging Markets. Dagegen scheint sich Protektionismus, trotz der US-Politik, eher abzuschwächen, betonen die Ökonomen.
So könnten es nach Ansicht von Coface vor allem in der zweiten Jahreshäfte einer Überhitzung in den Industrieländern kommen. Historisch niedrige Arbeitslosenzahlen in Deutschland, den USA und Mitteleuropa zeigten, dass die Unternehmen nah an ihrer Produktionsauslastung seien. Daraus könnten Lieferprobleme erwachsen, heißt es beim Kreditversicherer.
Ein weiteres Risiko sieht der Kreditversicherer auch in der wirtschaftlichen Entwicklung Chinas: Demnach seien die strukturellen Probleme in China in den vergangenen zwei Jahren zeitweise durch die staatlichen Investitionen verdeckt, die heute wieder offen zutage treten.
Dazu zählt der Kreditversicherer vor allem Überkapazitäten, besonders in der Stahlproduktion, und steigende Verschuldung der Unternehmen sowohl bei Banken als auch bei Schattenbanken. Die Bankrisiken steigen nach Einschätzung von Coface entsprechend stark, besonders für kleinere und mittlere Institute.

Coface fürchtet soziale Spannungen

Zudem sehen die Ökonomen auch ein hohes Risiko von sozialen Spannungen, insbesondere in den aufstrebenden Ländern der Welt. So konstatiert der Kreditversicherer hohe Werte beim Risikoindex für die soziale (In-)Stabilität im Iran (71 Prozent), im Libanon (65 Prozent), Russland (64 Prozent) Algerien, Brasilien und Mexiko (jeweils 61 Prozent). Im Nahen und Mittleren Osten werde das Risiko zudem durch den volatilen Ölpreis verstärkt. Saudi-Arabien hat bei Coface ebenfalls einen hohen Risikowert für das Kriterium soziale Stabilität (65 Prozent).
Gleichzeitig brachte das vergangene Jahr auch einige positive wirtschaftliche Überraschungen, so Coface. Dabei schlossen nur 13 Länder das Jahr in einer Rezession ab, 2016 waren es noch 25. Der weltweite Handel machte einen kräftigen Sprung nach oben. Nach Berechnungen von Coface betrug der Zuwachs 4,4 Prozent nach 1,5 Prozent 2016.
Zudem realisierten sich die befürchteten Risiken durch Protektionismus im Jahr 2017 nicht in dem Ausmaß, wie ursprünglich erwartet. So ging die Anzahl protektionistischer Maßnahmen - trotz einer Zunahme in den USA - weltweit netto sogar auf 283 zurück. 2016 wurden 374 solcher Eingriffe in die Wirtschaft gezählt.
Außerdem sei die Zahl der Unternehmensinsolvenzen in den entwickelten Volkswirtschaften im letzten Jahr weiter zurückgegangen. Nach eine Minus Prozent im Vorjahr rechnet Coface für 2018 von Rückgang von 1,8 Prozent. Anders sehe es hingegen in Großbritannien, wo die anhaltende politische Verunsicherung nach Einschätzung der Coface-Ökonomen zu einem Anstieg der Insolvenzen um zehn Prozent beitragen werde. (vwh/td)
Bildquelle: Thommy Weiss / PIXELIO (www.pixelio.de)
Kreditversicherer · Coface
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