26.01.2018Köpfe & Positionen

BDA-Chef Kramer lehnt Angleichung der Arzthonorare ab

Von VW-RedaktionVW heute
Arbeitgeberpräsident Ingo Kramer sieht in Deutschland derzeit keine Anzeichen für eine Zweiklassenmedizin. "In Deutschland hat jeder Kranke Anspruch auf die bestmögliche Therapie, unabhängig davon, wie er versichert ist", konstatiert er gegenüber dem Handelsblatt. Damit wendet sich der BDA-Chef gegen den Beschluss des SPD-Parteitage, die Arzthonorare für gesetzlich und privat Versicherte anzugleichen.
"Wir haben in Deutschland ein Gesundheitssystem, das mit seinen Leistungen in der Spitzengruppe der ganzen Welt liegt. Wer dieses höchst leistungsfähige System in Richtung einer Einheitskasse deformieren will, dem rate ich zur Abschreckung zu einer Behandlung im englischen Gesundheitssystem", fordert Kramer. Immerhin könnte eine Angleichung der Arzthonorare zu einer deutlichen Mehrbelastung der Arbeitgeber führen. So würde die Arbeitgeber eine solche Regelung jährlich rund 1,8 bis 2,5 Mrd. Euro zusätzlich kosten, rechnet das Handelsblatt vor.
Zudem lehnen die Arbeitgeber auch eine Öffnung der GKV für Beamte nach dem Hamburger Modell kategorisch ab. "Dadurch würde die mit ihren Alterungsrückstellungen sehr viel besser auf die demografische Entwicklung vorbereitete private Krankenversicherung (PKV) gegenüber der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) geschwächt und damit die Nachhaltigkeit der Finanzierung des Gesundheitswesens beeinträchtigt", zitiert das Blatt aus einer BDA-internen Bewertung. Demnach sollten solche Schritte hin zur Einführung einer Bürgerversicherung unterbleiben. (vwh/td)
Bild: Ingo Kramer (Quelle: BDA)
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