25.01.2018Märkte & Vertrieb

Spanien: Kfz-Policen legen zu, Leben verliert massiv

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Der spanische Versicherungsmarkt hat in 2017 einen leichten Prämienrückgang hinnehmen müssen. Trotzdem sind die Zahlen positiv zu bewerten, denn der Vorjahressockel war außerordentlich hoch. Die Lebensversicherung hat nach der Prämienexplosion in 2016 im abgelaufenen Geschäftsjahr signifikant Beitragsvolumen verloren.
Die konjunktursensitive Nichtlebensversicherung bleibt dagegen auf einem robusten Wachstumspfad, der sich auch in 2018 fortsetzen dürfte. "Der spanische Versicherungsmarkt konnte in 2017 sein hohes Vorjahresniveau halten und das ist ein Erfolg", sagt die Generalsekretärin des spanischen Versichererverbandes Unespa, Mirenchu Del Valle Schaan, bei der Präsentation der Geschäftsergebnisse 2017 der lokalen Assekuranz. Das Prämienvolumen ist demnach leicht um 0,7 Prozent auf 63,4 Mrd. Euro gesunken. Die Nichtlebensversicherung hat kräftig um 3,9 Prozent auf 34 Mrd. Euro zugelegt. Die Lebensversicherung musste dagegen einen Prämienabrieb um 5,6 Prozent auf 29,4 Mrd. Euro hinnehmen.
"Das Vorjahr 2016 lieferte ein einmaliges und nicht wiederholbares Rekordergebnis", sagt Del Valle. Die Zahlen für 2017 seien daher angesichts des hohen Vorjahressockels zufriedenstellend. In 2016 war das Beitragsaufkommen spektakulär um zwölf Prozent in die Höhe katapultiert. Verantwortlich für das außergewöhnlich hohe Vorjahresniveau war damals der exorbitante Beitragszuwachs von 22 Prozent in der Lebensversicherung. Aber auch die Nichtlebensversicherung lieferte bereits in 2016 ein sehr starkes Prämienwachstum von 4,5 Prozent.
In 2017 konnte sich die Nichtlebensversicherung gegenüber der Gesamtwirtschaft erneut überproportional entwickeln. Dem Wachstum der Nichtlebensversicherer von 3,9 Prozent steht ein geschätztes Wirtschaftswachstum von 3,2 Prozent gegenüber. Der wichtigste Teilbereich Kraftfahrtversicherung konnte mit einer Prämiensteigerung von 3,4 Prozent auf knapp elf Mrd. Euro erneut spürbar zulegen. Er profitiert von den stark steigenden PKW-Neuzulassungszahlen, die auf die florierende Wirtschaftsentwicklung und den sich erholenden Arbeitsmarkt zurückzuführen sind. Der Wachstumsmotor unter den großen Teilsegmenten der Nichtlebensversicherung war in 2017 dagegen die Krankenversicherung mit einer Steigerungsrate von 4,2 Prozent.
Der deutliche Beitragsrückgang in der Lebensversicherung um 5,6 Prozent ist in erster Linie auf die stark rückläufige Entwicklung der kapitalbildenden Policen zurückzuführen. Neben dem hohen Vorjahressockel spielen hier veränderte Geschäftsstrategien im dominierenden Vertriebsweg Bancassurance eine entscheidende Rolle. Er hat einen Marktanteil im Vertriebswegemix von zwei Dritteln. Hinzu kommt der hohe Anteil des Einmalprämiengeschäfts in der Lebensversicherung von ebenfalls zwei Dritteln, der für starke Schwankungen sorgt. Die Risikolebensversicherung hat in 2017 dagegen stagniert, nachdem im Vorjahr noch eine Zuwachsrate von zwölf Prozent zu Buche stand. (reh)
Bild: Mirenchu Del Valle Schaan, Generalsekretärin des spanischen Versichererverbandes Unespa (Quelle: reh)
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