Köpfe & Positionen

"CDU versteht unter Digitalisierung nur Glasfaserausbau"

Von Maximilian VolzTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Ex-Linker, Top-Manager, jetzt Bundestagsabgeordneter: Thomas Sattelberger (FDP) hat viele Gesichter. Was sagt der ehemalige Wirtschaftslenker zur sich anbahnenden Groko, Chancenungleichheit und dem Austritt der FDP aus den Koalitionsverhandlungen – lesen sie es auf VWheute. Das Interview ist ein kleiner Auszug aus einem längeren Gespräch, dass sie in der Versicherungswirtschaft 3/2018 lesen können.
VWheute: Ihr Fazit zur Sondierung zwischen SPD und CDU?
Thomas Sattelberger: Ich hatte in der Nacht danach das gesamte Sondierungspapier durchgearbeitet, damit ich mir meine eigene Meinung bilden kann. Mit Sicherheit ist das kein positives Zukunftsbild für Deutschland. Das Thema der digitalen Transformation wird nicht einmal ansatzweise aufgegriffen. Die Frage nach der Innovationskompetenz des Landes wird nicht beantwortet bzw. findet höchstens beim Thema steuerliche Förderung einen kleinen Platz. Gar nicht thematisiert wird die Frage, wie wir in unser Bildungssystem den Spirit der Kreativität und der Qualität hineinbekommen. Nichtsdestoweniger zeigt sich, zu was Frau Merkel noch in der Lage gewesen wäre, wenn sie bei Jamaika wirklich gewollt hätte.
VWheute: Kampf gegen Chancenungleichheit, für soziale Gerechtigkeit, als Jugendlicher waren sie gegen Konsumwahn. Herr Sattelberger, Sie sind in der falschen Partei, soll VWheute den Kontakt mit "der Linken" herstellen?
Thomas Sattelberger: (lacht) Ich bin ein klassisch sozialliberal geprägter Mensch, habe aber als Top-Manager lange Zeit keine tiefere Bindung zu einer Partei aufbauen können. Besonders in der Zeit als bei den Freien Demokraten nur noch über Steuersenkung geredet wurde, anstatt auch über Chancenfairness, Bildung, Innovation und Zukunftsgestaltung, fiel mir liberale Identifikation allemal schwer. Daher bin ich erst seit zwei Jahren Parteimitglied. Unter Christian Lindner wurden diese wichtigen Themen bedeutender und ich fühle mich jetzt in der FDP gut aufgehoben.
VWheute: Das Thema Digitalisierung/Transformation war doch nach Eigenaussage ein FDP-Thema, war es richtig, aus den Verhandlungen auszutreten?
Thomas Sattelberger: Bei den Verhandlungen ist beim Thema außer Glasfaserausbau mit massiv gekürzten Finanzmitteln ja nicht viel übriggeblieben. Wer Digitalisierung so reduziert, ja kastriert, ist gelinde gesagt nicht sehr kompetent. Das ist reine Infrastrukturpolitik, bei der wir im Übrigen im internationalen Vergleich zehn Jahren hinterherhinken.
Das vollständige Interview können Sie in der Märzausgabe der Versicherungswirtschaft lesen. Dann mit den Themen Führung, Digitalisierung, Werte, Versäumnisse der Versicherungswelt und weiteren spannenden Themen.
Die Fragen stellte VWheute-Redakteur Maximilian Volz.
Bild: Thomas Sattelberger (Quelle: privat)
Digitalisierung · FDP · Politik · GroKo · Sattelberger
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