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Allianz will Fahrzeugdaten durch Treuhänder erkämpfen

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Der Streit um die Zugriffsrechte auf Fahrzeugdaten geht in eine neue Runde. So fordert die Allianz nun einen unabhängigen Treuhänder, der den Zugang zu Fahrzeugdaten gewährleistet soll. "Bei hochautomatisierten Fahrzeugen muss aufgeklärt werden können, wer für den Unfall verantwortlich ist, der Fahrer oder die Technik?", fordert Joachim Müller, Chef des Allianz-Sachversicherungsgeschäfts in Deutschland.
"Wichtig ist dabei, dass weder die Autohersteller, die Versicherer, noch andere beteiligte Interessengruppen einen exklusiven Zugang zu den Daten erhalten", wird der Allianz-Vorstand in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung zitiert. Der Branchenverband GDV sieht in der Debatte um die Fahrzeugdaten ebenfalls den Gesetzgeber gefordert.
"Die Aufklärung der Schadenursache beziehungsweise das Auslesen der Fahrzeugdaten muss einfach und standardisiert möglich sein: Automatisiert fahrende Autos müssen technische Störungen aufzeichnen und Auskunft geben können, wann der Fahrer und wann ein technisches System das Auto steuerte. Klar geregelt ist auch, dass diese Daten nach einem Unfall Versicherern, Rechtsanwälten oder Sachverständigen zur Verfügung gestellt werden müssen", betont der Branchenverband mit Blick auf den Goslaer Verkehrsgerichtstag in dieser Woche.
Allerdings sei noch unklar, "wie sich der Zugang zu diesen Daten in der Praxis gestaltet. Die Versicherungswirtschaft fordert für alle Berechtigten eine einfache, kostengünstige und standardisierte Zugangsmöglichkeit zu schaffen. Dies könnte beispielsweise durch einen unabhängigen Datentreuhänder erfolgen, der die Daten gemäß § 63a StVG an diejenigen übermittelt, die einen berechtigten Anspruch darauf haben", so der GDV.
Bereits vor einigen Monaten befürchtete Klaus-Jürgen Heitmann, Vorstandschef der Huk-Coburg, dass die Autohersteller ein Monopol an den Autodaten für sich beanspruchen könnten.
Für Christoph Meurer von der Itzehoer ist hingegen klar: "Ganz klar gehören die Daten dem Autofahrer. Wie er, wo und wann er fährt und was mit den Informationen geschieht, muss er selbst entscheiden können. Diese Informationen haben auch nichts mit der Technik des Fahrzeugs zu tun und Betriebsgeheimnisse des Herstellers werden durch eine Freigabe nicht gefährdet", betonte der Prokurist und Abteilungsleiter für den Produktbereich Schaden/Unfall im September vergangenen Jahres gegenüber VWheute. (vwh/td)
Allianz · Telematik · Fahrzeugdaten
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