Schlaglicht

Ergo trennt sich von Vertriebsvorstand Schinnenburg

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Die Ergo sorgte pünktlich zum Wochenende für neues Rauschen im medialen Blätterwald: Demnach hat sich der Düsseldorfer Versicherungskonzern mit sofortiger Wirkung und "im beiderseitigen Einvernehmen" von ihrem bisherigen Vertriebsvorstand Stephan Schinnenburg getrennt. Eine Unternehmenssprecherin bestätigte gegenüber VWheute entsprechende Medienberichte.
Zudem bestätigte der Konzern die Personalentscheidung auf seinem Maklerportal. Danach soll Michael Fauser, Vorstandsvorsitzender der Ergo Lebensversicherung AG, dessen Aufgaben vorübergehend übernehmen.
Schinnenburg war seit April 2014 Vorstand der Ergo Beratung und Vertrieb AG sowie seit Juli 2016 Vorstand bei der Ergo Lebensversicherung AG und DKV Deutsche Krankenversicherung AG. Dort war er für den Maklervertrieb sowie seit Oktober 2014 für den Banken- und Kooperationsvertrieb verantwortlich. Erst 2016 wurde Schinnenburgs Vertrag um weitere fünf Jahre verlängert.
Gründe für die Trennung nannte die Ergo zwar nicht. Medienberichten zufolge soll ihm allerdings dessen harscher Umgangston mit Mitarbeitern zum Verhängnis geworden sein. Demnach soll Schinnenburg laut Manager Magazin seine Direktoren aufgefordert haben, ihm die Kollegen zu nennen, die sich entweder negativ über die Vertriebsziele geäußert hätten oder als unterdurchschnittlich erfolgreich aufgefallen seien.
Diese habe er dann sinnbildlich an den Türrahmen nageln wollen und dort so lange hängen lassen, bis sie stinken würden, berichtet das Wirtschaftsmagazin weiter. Dabei beruft sich das Blatt auf ihm vorliegende eidesstattliche Erklärungen.
Doch nicht nur das: Aus Unterlagen arbeitsrechtlicher Auseinandersetzungen soll zudem hervorgehen, dass sich der bisherige Vertriebsvorstand auch einzelne Mitarbeiter vorgeknöpft haben soll. Dabei habe Schinnenburg seinen Gesprächspartnern angeblich gedroht, "keine Gefangenen zu machen" und "jeden zu erschießen", der die Vertriebsziele infrage stellen würde.
Die Muttergesellschaft Munich Re will von den Ereignissen erst auf Anfrage des Manager Magazins erfahren haben. "Wir haben umgehend eine Prüfung des Sachverhalts eingeleitet. Sollte sich dieser in der vorgetragenen Form bestätigen, werden wir uns von dem Betroffenen trennen. Der Vorfall ist ganz und gar nicht mit unseren Werten zu vereinbaren. Wer so etwas sagt, für den ist bei der Ergo kein Platz", wird der Rückversicherer in einer Stellungnahme zitiert.
Erst Ende November 2017 hatte Konzernschef Markus Rieß die Führungsebene der Ergo grundlegend umgekrempelt. Während der ehemalige Allianz-Manager Mathias Scheuber zum Chef der Ergo Versicherung AG gemacht wurde, war Peter Stockhorst - ehemals Vorstandschef der Ergo Direkt - "im besten gegenseitigen Einvernehmen" ausgeschieden. Auch Ergo-Versicherungs-Vorstand Silke Lautenschläger gab ihre Position auf und wechselte zur Tochter DKV in Belgien. (vwh/td)
Bild: Stephan Schinnenburg (Quelle: Ergo)
Ergo · Stephan Schinnenburg · Michael Fauser
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