Unternehmen & Management

Walthes: "Transformation wird keine Arbeitsplätze kosten"

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Von Frank Walthes. Transformation! Der Begriff sollte nur noch im Imperativ verwendet werden. Machen! Wir brauchen die Transformation in vielen Bereichen. Natürlich muss das Ganze unternehmensindividuell strategisch geplant werden. Doch können wir aufgrund des gesellschaftlichen Wandels und der damit einhergehenden Schnelligkeit von Veränderungen nicht jedes Detail bis ans Ende durchdenken.
Die Transformation ist ein schrittweiser Übergangsprozess und wir alle müssen dort ansetzen, wo wir die Bedürfnisse unserer Kunden am besten erfüllen können. Wir müssen uns im Klaren darüber sein, was unsere Kunden von uns erwarten und ihre Grundbedürfnisse kennen. Der Kunde (will Bequemlichkeit und er) erwartet von uns den Service, den er von anderen Branchen kennt. Zu Recht.
Natürlich ist die Frage legitim: Wie bekommen wir es hin, dass sich eine ganze Organisation auf den Kunden einstellt? Die digitale Transformation ist dafür ein ganz wesentlicher Schritt. Aber die Digitalisierung wird von Menschen angetrieben und damit sind wir bei den Mitarbeitern. Unsere Mitarbeiter sind das A und O. Wir brauchen die Mitarbeiter, die in der Lage sind, die Veränderungen zu antizipieren, auf das Unternehmen zu übertragen und die bereit sind, alte Zöpfe abzuschneiden und sich zu verändern.
Mitarbeiter, die nicht an ihrer Macht hängen, die divers, agil und hierarchieübergreifend arbeiten wollen. Dazu benötigen sie Gestaltungsspielraum und ein gesundes Arbeitsumfeld. Dafür müssen wir sorgen, auch um unsere Attraktivität als Arbeitgeber unter Beweis zu stellen. Aber wir brauchen auch neue Skills und den Mut, offen über diese zu sprechen.

Versicherer beherrschen Geschäft seit Jahrhunderten

Die Versicherer beherrschen ihr Geschäft seit Jahrhunderten. Wir beherrschen auch die Verarbeitung von Daten, die der Kunde uns seit jeher überlässt. Mittels Big Data haben wir heute die Möglichkeit, daraus Bedürfnisse abzuleiten. Das konnten wir früher nicht in dieser Geschwindigkeit und schon gar nicht mit dieser Detailtiefe.
Bei allen Möglichkeiten, die es gibt: Der Kunde kann sich darauf verlassen, dass wir Herr seiner Daten bleiben. Das sollte Unternehmen aber nicht daran hindern, sich dort zusammen zu schließen, wo mittels größerer Datenmengen bessere Use Cases zum Nutzen aller Kunden erprobt werden können. Im Umfeld der Öffentlichen Versicherer gelingt dies bereits zum Teil.
Unmittelbar reagieren, das gilt sowohl im Hinblick auf die Erwartungen unserer Kunden, als auch bei der Bereitstellung der richtigen Produkte. Die Transformation findet nicht nur auf der technischen Seite statt. Sie betrifft auch den Versicherungsschutz.

Bestehende Absicherungen überdenken

Es sind neue Risiken abzusichern und seit Jahrhunderten bestehende Absicherungen neu zu überdenken. Beispiel Lebensversicherung: Die Lösung kann nicht sein, die Kunden, die eine sichere Altersvorsorge benötigen, durch Bestandsverkäufe zu verunsichern und die nächste Generation auf andere Finanzmarktprodukte zu lenken.
Der richtige Weg, wie wir ihn bei der Versicherungskammer schon vor mehreren Jahren eingeschlagen haben, ist, die Produkte so anzupassen, dass unsere Kunden auch weiterhin ein gutes Gefühl mit ihrer Lebensversicherung haben.
Die Transformation bietet uns und unseren Mitarbeitern enorm viele Möglichkeiten. Ich bin nicht der Ansicht, dass das Arbeitsplätze kostet, wenn wir die Opportunitäten als Chancen begreifen, sie anpacken und umsetzen.
Bild: Frank Walthes, Vorstandsvorsitzender der Versicherungskammer Bayern, spricht heute auf dem SZ-Versicherungstag zum Thema "Transformation im Wandel". (Quelle: VKB)
Versicherungskammer Bayern · VKB · Transformation · Frank Walthes
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