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Rentenansprüche: Schwere Vorwürfe gegen die Allianz

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Die Allianz bekommt keine Ruhe in die eigenen Reihen. Bereits im August berichtete VWheute, das freie Vertreter den Versicherer verklagen, weil der finanzielle Ansprüche bei Alters- oder sonstige Versorgungsbezügen nicht richtig berechnet haben soll. Jetzt sollen die Münchener in einem Fall gar einen gemeinnützigen Verein genutzt haben, um die eigenen Interessen gegen eine unliebsame und klagende Vertreterin durchzusetzen.
Das kann für die Allianz teuer werden, finanziell und imagetechnisch. Mehrere Vermittler werfen der Allianz Beratungs- und Vertriebs-AG (ABV) weiterhin vor, Ansprüche der Vertreter herunterzurechnen, insgesamt wird im Artikel der SZ von 8.000 Fällen und einem dreistelligen Millionenbetrag gesprochen – VWheute berichtete.
Jetzt nimmt der Fall eine Richtung, die der Allianz nicht gefallen dürfte. Die vermeintlich betroffene Vermittlerin A. hat vor dem Landgericht München I wegen dem oben genannten Vorwurf Klage eingereicht. Sie wirft der Allianz nun vor, einen gemeinnützigen Verein als Druckmittel gegen Sie zu verwenden.

Kinder als Druckmittel wegen Geld?

In der Vergangenheit hatte der Verein Allianz für Kinder in Bayern e.V. wiederholt von A. vorgeschlagene Projekte gefördert. Im letzten Jahr wurden ihre Vorschläge abgelehnt. Die Vereinsführung bestätigt, dass das derzeit laufende Gerichtsverfahren zwischen ihr und der ABV ein "weiterer Grund" für die Ablehnung sei. Man wolle die Vermittlerin nicht durch Zuschüsse an bedürftige Kinder "gewogener stimmen", teilte der Verein mit und habe darüberhinaus viele Vorschläge auf dem Tisch. Das Ganze hat ein Geschmäckle, denn der Vorstand des Vereins und der ABV ist ein und derselbe Mann: Jürgen Heinle. Mittlerweile hat der Versicherer die renitente Vertreterin vor die Tür gesetzt. Vorausgegangen war ein erfolgloser Schlichtungstermin vor Gericht.
Ob der Verein die Vorschläge für die bedürftigen Kinder ablehnt, um A., wie sie glaubt, unter Druck zu setzen oder tatsächlich fürchtet, eine Annahme würde als Beeinflussung verstanden werden, kann von außen nicht objektiv beurteilt werden. Sehr interessant ist, dass im Artikel der Zeitung mehrere Vermittler genannt werden, die ähnliche Erfahrungen machten.
Das Gebaren der Allianz und der ABV stößt auf heftige Kritik. Ein Betroffener wird mit den Worten zitiert: "Ich bin seit 29 Jahren Vertreter und habe bis heute keine richtige Möglichkeit gefunden, dieses System nachzuvollziehen." Andere sprechen von einem "maroden System", das "nicht nachvollziehbar" sei. Darüber würde die Allianz das Problem "aussitzen", "in die Länge ziehen" und die Klagenden am "ausgestreckten Arm verhungern lassen".
Ein Herr Gruber spricht davon, dass ihm 3000 Euro Monatsrente mehr zustünden. Briefe an Manager der Allianz wären nicht beantwortet worden, woraufhin er Klage einreichte. Ganz ähnlich ist auch der Fall von A. gelagert, die auch "monatelang vertröstet" wurde. Der Allianz droht bei erfolgreichen Klagen von Gruber oder A. eine Flut von Prozessen.
Ein Sprecher der Allianz wollte zu den Fällen keine Auskunft geben, das sei aus "datenschutzrechtlichen Gründen" nicht möglich. (vwh/mv)
Bildquelle: Rike / www.pixelio.de /PIXELIO
Allianz · Gerichtsurteil · Vertreter · Allianz Beratungs- und Vertriebs-AG
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