Märkte & Vertrieb

Millionenvergleich um Lebensversicherungen?

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Lebensversicherungen sind angesichts der aktuell niedrigen Zinsen derzeit auch bei den Kunden nicht gerade sonderlich beliebt - nicht nur in Deutschland, sondern auch im Ausland. Laut einem Bericht des Finanzmagazins Fondsprofessionell wirbt der liechtensteiner Prozessfinanzierer EAS wieder unter österreichischen Kunden, damit diese im Rahmen einer Sammelaktion "gewinnbringend" von ihren Policen zurücktreten.
Rechtliche Basis der Aktion ist das sogenannte "ewige Rücktrittsrecht": Wegen mangelhafter Rücktrittsbelehrungen hatte demnach der Europäische Gerichtshof (EuGH) dem Versicherungsnehmer bei fehlender oder fehlerhafter Belehrung ein unbefristetes Rücktrittsrecht zugestanden. Dies gilt laut Bericht auch dann, wenn die Police bereits ausbezahlt worden sei.
Dies scheint sich der Prozessfinanzierer EAS nun für ein lukratives Geschäftsmodell zunutze zu machen. Dabei vertritt das Unternehmen aus dem Fürstentum nach eigenen Angaben bereits 5.500 Ausstiegswillige. Das Ziel: Sogenannte "Generalvergleiche" mit den einzelnen Versicherern.
"Wir glauben, dass daher die Versicherungen daran interessiert sind, einen Generalvergleich zu schließen, bevor die Liste noch länger wird", wird Wolfgang Ender, Büroleiter bei EAS, bei Fondsprofessionell zitiert. Dabei hätten die meisten Klienten ihre Policen laut Bericht bei der Generali und der Wiener Städtischen abgeschlossen.
Bei den Versicherern selbst sorgt diese Regelung naturgemäß für Unmut. Eine geplante Änderung des Versicherungsvertragsgesetzes durch die Politik wurde allerdings im Oktober 2017 auf die Zeit nach den Wahlen zum Nationalrat Österreichs verschoben. (vwh/td)
Bildquelle: Thorben Wengert / PIXELIO (www.pixelio.de)
Lebensversicherung · Österreich · EAS · Ewiges Rücktrittsrecht