Märkte & Vertrieb

Nächste Runde: BVK gegen Check24

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Der BVK ist nicht einverstanden mit dem Geschäftsgebaren des Vergleichsportals Check24. So weit, so bekannt. Jetzt legt der BVK nach und kritisiert erneut, dass das Portal seine Maklertätigkeit nicht klar genug kommunizieren würde. "Check24 ist eine Verkaufsmaschine", sagt BVK-Präsident Michael Heinz. Das Portal weist die Vorwürfe (erneut) zurück, mit sehr klaren Worten.
Die Vorwürfe sind nicht neu, bereits im Oktober erklärte Heinz, dass Check24 die gerichtlich erstrittenen Änderungen an seiner Tätigkeit nicht "ausreichend umsetzen" würde. Im Kern geht es darum, dass das Portal nach Ansicht des Bundesverbands für Versicherungskaufleute (BVK) seine Tätigkeit als Makler nicht stark genug betonen würde. Zudem würden die Beratungspflichten nicht erfüllt werden, wie Heinz gegenüber der FAZ betont: "Nur ein paar Multiple-Choice-Fragen zu beantworten, reicht bei weitem nicht aus. Wir werden in jedem Fall ganz genau beobachten, wie Check24 nach dem 23. Februar die Kunden beim Versicherungsverkauf berät." Ein weiterer Streitpunkt ist die Objektivität des Portals, da einige Versicherer, wie die Huk-Coburg, nicht in den Vergleichen auftauchen.

Das sagt das Vergleichsportal

Check24 scheint von dem erneuten Angriff nicht überrascht und schreibt, dass sich an den Fakten nichts geändert habe: "Aus unserer Sicht haben wir die vom Gericht geforderte, veränderte Darstellung der sogenannten Erstinformation korrekt umgesetzt: Das sehen auch unabhängige Rechtsexperten so [...]." Zum Abschluss gibt es noch eine Empfehlung für den Gegenpart: "Herr Heinz scheint keine anderes Mittel zu finden, um auf die Herausforderung der Digitalisierung zu reagieren, als gegen Mitbewerber zu wettern und diese zu verklagen. Vielleicht sollte er etwas mehr Energie darauf verwenden, seine Mitglieder optimal auf die Zukunft vorzubereiten statt Rückzugsgefechte zu führen."
Der BVK sieht dies hingegen anders: "Gleiche Wettbewerbsbedingungen für alle Vertriebswege sind ein zentraler Aspekt des IDD-Umsetzungsgesetzes. Dazu gehören gleiche Informations-, Beratungs- und Dokumentationspflichten. Bei unserer Klage gegen Check24 geht es genau um diesen zentralen Aspekt. Das Landgericht München sowie das Oberlandesgericht München haben dazu Recht gesprochen und Check24 zur Nachbesserung aufgefordert. Die Argumente beider Gerichte zur Firmenwahrheit und -klarheit, die Check24 unserer Ansicht nach vermissen lässt, haben wir im Übrigen bei unseren Gesprächen mit politischen Entscheidungsträgern im Gesetzgebungsverfahren zur IDD-Umsetzung immer wieder einfließen lassen."
Nach Ansicht des BVK hat Check24 das Urteil noch nicht ausreichend im Hinblick auf die erforderliche Aufklärung umgesetzt, dass Check24 als Versicherungsmakler tätig ist. Das Urteil hatte Check24 auferlegt, solche sogenannten "Erstinformationen" beim ersten Geschäftskontakt in Textform mitzuteilen. Die bloße Abrufbarkeit der Angaben auf einer Website von Check24 reicht nicht aus. Vielmehr muss die Aufklärung "in Textform" erfolgen; damit müssen die erforderlichen Informationen zur Maklereigenschaft in einer zur dauerhaften Wiedergabe in Schriftzeichen geeigneten Weise sowohl vom Versicherungsvermittler abgegeben werden als auch dem Versicherungsnehmer zugehen. Als Beispiel nennt das OLG München eine Belehrung per Briefpost oder E-Mail, auch ein obligatorischer Download bei Besuch der Check24-Website sei möglich.
Zwar hat Check24 die 'Erstinformation' mit der Aufklärung über die Maklereigenschaft jetzt als Button zum Anklicken prominenter als bisher auf der Website platziert. Die bloße Abrufbarkeit über einen Button genügt aber eben nicht; nach wie vor sieht Check24 beim ersten Geschäftskontakt, also dem Beginn des Besuchs der Website von Check24, keine Aufklärung per Briefpost, E-Mail oder obligatorischem Download vor.
Auch die Platzierung der "Erstinformation" in Textform im Rahmen des Bestellprozesses bei Check24 ist nicht ausreichend. Nach Auffassung des BVK lässt sich dem Urteil entnehmen, dass die Erstinformation schon bei Aufruf von Versicherungsinformationen, insbesondere in der Kategorie "Versicherungen" gegeben werden muss, nicht erst im Bestellprozess.
"Im Übrigen möchten wir anmerken, dass wir zur IDD und MiFID 32 Pressemeldungen, 15 Stellungnahmen verfasst und unzählige Gespräche in Berlin und Brüssel in den letzten Jahren mit politischen Entscheidungsträgern geführt haben. Insofern finden wir Ihre Anfrage etwas seltsam", erläutert BVK-Präsident Heinz auf Anfrage von VWheute. (vwh/mv)
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