Märkte & Vertrieb

Vermittler erwarten schwieriges Jahr 2018

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Die Vereinigung zum Schutz der Anlage und Versicherungsvermittler (VSAV) blickt nur verhalten optimistisch auf das Jahr 2018. Demnach seien die Berater und Vermittler derzeit nicht ausreichend auf die regulatorischen und gesetzlichen Veränderungen in diesem Jahr eingestellt, konstatiert der Verband. Gerade kleinere Vertriebe würden ohne ausreichende Qualifizierung nicht bestehen, befürchtet die VSAV.
So haben die gesetzlichen und regulatorischen Neuerungen wie die IDD-Umsetzung und Mifid II sowie einschneidende Gesetzesänderungen wie das Betriebsrentenstärkungsgesetz oder das Investmentsteuerreformgesetz laut VSAV im vergangenen Jahr zwar zu einer verstärkten Nachfrage für die Makler und Berater geführt. Aber: "Es war allseits eine hohe Verunsicherung zu verspüren. Wir haben aber mit unseren Publikationen, Veranstaltungen oder Empfehlungen die vielen Anfragen beantworten können. Die gestiegenen Mitgliederzahlen werten wir als Vertrauensbeweis in die Kompetenz sowohl im Beirat als auch bei den Netzwerkpartnern", betont VSAV-Vorstand Ralf Werner Barth.

Deutsche verfügen über schlechte Finanzkenntnisse

Dass guter Rat in Finanzfragen jedoch teuer sein kann, belegt eine aktuelle Umfrage des Bankenverbandes. Demnach verfügt ein Viertel der rund 1.000 Befragten (26 Prozent) über kaum hinreichende und mehr als ein weiteres Drittel (37 Prozent) über schlechte Voraussetzungen für eigene Finanz- und Vorsorgeentscheidungen. Zudem habe jeder zweite Deutsche keine Ahnung von der Börse oder wisse nicht, was ein Fonds sei, lautet ein weiteres Ergebnis der Umfrage.
Demnach mehr als 60 Prozent der Befragten über schlechte oder eher schlechte Finanzkenntnisse. Zum Vergleich: Im Jahr 2014 lag der Wert noch bei 56 Prozent. Zudem verfüge vor allem die jüngere Bevölkerungsgruppe unter 30 Jahren über deutlich weniger Finanzkompetenz als ältere Befragte. "Die Ergebnisse der Umfrage des Bankenverbands führen uns erneut vor Augen, wie schlecht es um die ökonomische Bildung der Bevölkerung bestellt ist", glaubt Uwe Diehl, Head of Client Group Germany bei Axa Investment Managers.

Bundesbürger geben Verantwortung nur selten ab

Gleichzeitig geben die Deutschen die Verantwortung für Finanzentscheidungen nur selten aus der Hand. Laut aktuellem "Verantwortungsbarometer Deutschland 2018" von Fidelity International kümmern sich über zwei Drittel (69 Prozent) der 3.211 befragten Bundesbürger noch selbst um ihre Finanzen. 16 Prozent der Befragten überlassen dies ihrem Lebenspartner oder ihrer Lebenspartnerin. Lediglich zwölf Prozent vertrauen dabei auf eine andere Person.
Dabei erfreut sich die Rentenversicherung trotz niedriger Zinsen immer noch großer Beliebtheit. So haben 45 Prozent der Befragten laut Fidelity-Umfrage eine private Rentenversicherung abgeschlossen Immerhin 24 Prozent führen ein Tages- oder Festgeldkonto. Lediglich zwölf Prozent der Bundesbürger setzen bei ihrer Altersvorsorge auf Aktien. 28 Prozent der Befragten nutzen indes keines der genannten Produkte.
Auch wenn die Mehrheit der Deutschen über eine gesetzliche Altersvorsorge verfügt, fristet das Thema private Vorsorge bei den Bundesbürgern noch immer ein Schattendasein. So gaben 45 Prozent der Befragten an, dass sie schlichtweg kein Geld haben, was sie zurücklegen könnten. 35 Prozent der Deutschen wollen zudem ihr Geld lieber jetzt ausgeben als sparen. 19 Prozent plagt dabei die Angst vor Verlusten, 15 Prozent ist das Thema Finanzen schlichtweg zu kompliziert. Immerhin sieben Prozent der Deutschen rechnen damit, später einmal ein Vermögen zu erben.
Befragt nach regionalen Befindlichkeiten fühlen sich immerhin 74 Prozent der Bundesbürger in Thüringen für den Ruhestand finanziell abgesichert, gefolgt von den Hessen (72 Prozent), sowie den Bremern und Saarländern mit jeweils 70 Prozent. Abgeschlagenes Schlusslicht ist Sachsen-Anhalt, wo sich nur 44 Prozent der Befragten ausreichend für den Ruhestand abgesichert sehen. Dahinter folgen Berlin (52 Prozent) und Brandenburg (57 Prozent). (vwh/td)
Bildquelle: Kathrin Antrak / PIXELIO (www.pixelio.de)
Grafikquelle: Fidelity
Versicherungsvermittler · VSAV
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