Politik & Regulierung

"Wir wünschen uns eine Politik, die das System der Alterssicherung demografiefest macht"

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Von Jörg von Fürstenwerth. Die Versicherungswirtschaft bleibt auch im nächsten Jahr auf einem stabilen Wachstumspfad. Für die gesamte Branche erwarten wir 2018 ein leichtes Beitragsplus. Das stimmt optimistisch, auch wenn solche Prognosen zu so einem frühen Zeitpunkt natürlich immer auch ein Blick in die Glaskugel sind.
Die Altersvorsorge bleibt im nächsten Jahr eines der zentralen Themen, mit denen wir uns befassen. Wir wünschen uns eine Politik, die das System der Alterssicherung demografiefest macht. Denn in den kommenden Jahren werden die ersten Babyboomer in Rente gehen. Wir begrüßen daher die Idee einer Rentenkommission. Sie sollte sich möglichst rasch zusammensetzen, alle wichtigen Akteure enthalten und zeitgemäße Antworten geben.
Auch die anderen großen Themen des kommenden sind die des vergangenen Jahres. Ich will nur zwei herausgreifen, die immer häufiger auftretenden Wetterextreme und die stetig wachsende Cyberkriminalität. Was Ersteres angeht: (Hoch)wassersicheres Bauen muss endlich fester Bestandteil der Bauvorschriften werden. Und wir brauchen eine bundesweite Informationskampagne und ein bundesweites Naturgefahrenportal, um die Menschen zu sensibilisieren. Und in Sachen Cyberkriminalität sind wir alle gefordert – Gesellschaft, Politik und Wirtschaft. Wir Versicherer sehen uns hier in besonderer Verantwortung, denn das Risiko wird insbesondere im deutschen Mittelstand noch immer erheblich unterschätzt.
Zum Schluss: Wir haben als deutsche Versicherer mit großer Anstrengung und mit ganz erheblichem Aufwand Solvency II eingeführt. Doch kaum ist das neue Aufsichtssystem implementiert, liegen bereits die ersten Änderungsvorschläge auf dem Tisch. Ich meine: Kurzatmige, punktuelle Änderungen und Verschärfungen müssen, gerade auch im Interesse der Finanzstabilität, unbedingt vermieden werden. Daher der Appell an die nationalen und europäischen Gesetzgeber: Bremsen Sie Ihren Regulierungseifer und lassen Sie die Regeln zunächst wirken, bevor sie geändert werden.
Bild: Jörg von Fürstenwerth ist GDV-Hauptgeschäftsführer (Quelle: GDV)
Jörg von Fürstenwerth · Prognose 2018
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