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Swiss Re: Katastrophen kosten 136 Mrd. US-Dollar

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Die Katastrophen in diesem Jahr werden die Versicherer weltweit wohl rund 136 Mrd. US-Dollar (2016: 65 Mrd.) kosten. Davon entfielen allein 131 Mrd. US-Dollar auf Naturkatastrophen sowie fünf Mrd. auf Man-made-Katastrophen. Den gesamtwirtschaftlichen Schaden beziffert die Swiss Re in einer vorläufigen Sigma-Studie auf 306 Mrd. US-Dollar (2016: 188 Mrd.).
Dabei konstatiert der Schweizer Rückversicherer einen zweigeteilten Jahresverlauf. Demnach waren laut Swiss Re vor allem extreme Wetterereignisse in den USA im zweiten Halbjahr 2017 für eine hohe Zahl der versicherten Schäden verantwortlich. Während der ersten sechs Monte seien die Schadensereignisse jedoch geringer ausgefallen als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Mit einem versicherten Schaden von rund 93 Mrd. US-Dollar fielen dabei vor allen die drei Hurrikane "Harvey", "Irma" und "Maria" (HIM) ins Gewicht.
Allerdings sei eine vollständige Bewertung der Schäden aufgrund der Größe des betroffenen Gebietes nicht nicht abgeschlossen. Dennoch geht die Swiss Re bereits davon aus, dass die wirtschaftlichen Schäden dieser drei Ereignisse werden zudem aufgrund der erheblichen – meist unversicherten – Überschwemmungsschäden durch den Hurrikan Harvey im dicht besiedelten Houston, Texas, eines längeren Stromausfalls in Puerto Rico nach dem Hurrikan Maria und der sogenannten "Post-Event Loss Amplification" höher ausfallen werden.
Laut Sigma-Studie war 2017 demnach die zweitteuerste Hurrikan-Saison nach 2005. "Die USA wurden viele Jahre von Hurrikanen verschont. Das Schadenpotential von Hurrikanen hat an einigen Orten signifikant zugenommen, da die Zahl der Einwohner und der neuen Häuser in den Küstengemeinden seit Katrina, Rita und Wilma im Jahr 2005 stark gestiegen ist", kommentiert Kurt Karl, Chefvolkswirt des Schweizer Versicherers.
Neben den Hurrikans in Nordamerika und der Karibik machen den Versicherern lau Sigma-Studie auch die Waldbrände in Kalifornien im Oktober dieses Jahres zu schaffen. Besonders betroffen waren nach Angaben der Swiss Re vor allem Wohn- wie auch Gewerbeimmobilien (unter anderem Weingüter). Nach vorläufigen Schätzungen von Property Claims Services verursachten die großen Brandereignisse einen versicherten Sachschaden von insgesamt 7,3 Mrd. US-Dollar. Durch die Brände in Südkalifornien werden die bislang noch nicht definierten versicherten Schäden im Gesamtjahr wohl höher sein, prognostiziert der Rückversicherer.
Weitere relevante Schadenereignisse waren nach Angaben der Swiss Re die beiden starken Erdbeben in Tehuantepec und Puebla in Mexiko im September 2017 mit vielen Opfern sowie einem versicherten Schaden von rund zwei Mrd. US-Dollar, Zyklon "Debbie" Ende März 2017 in Australien mit einem Versicherungsschaden von etwa 1,3 Mrd. US-Dollar, sowie ein Kälteeinbruch in Europa Ende April 2017, gefolgt von einem Sommer mit Hitzewellen und Rekordtemperaturen in verschiedenen Regionen. Zudem verursachten starke Überschwemmungen in Südostasien schwere Verwüstungen mit vielen Todesopfern, konstatiert der Rückversicherer weiter. Insgesamt forderten die Katastrophen dieses Jahres weltweit mehr als 11.000 Tote oder Vermisste, heißt es bei der Swiss Re weiter. (vwh/td)
Bildquelle: Josef Tuerk jun. / PIXELIO (www.pixelio.de)
Grafikquelle: Swiss Re
Swiss Re · Katastrophenschäden · Rückversicherer
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