Politik & Regulierung

DGUV: Deutlich mehr Gewaltunfälle am Arbeitsplatz

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Die Zahl der Gewaltunfälle in Deutschland hat in den vergangenen fünf Jahren deutlich zugenommen. Demnach registrierte die Deutschen Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) im Jahr 2016 insgesamt 10.432 meldepflichtige Arbeitsunfälle während einer betrieblichen Tätigkeit durch die Einwirkung von physischer oder psychischer Gewalt. Dies entspricht einem Anstieg von 22 Prozent gegenüber dem Jahr 2012 mit 8.534 Fällen.
Besonders gefährdet sind Arbeitnehmer in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen (3.252 Betroffene) sowie im öffentlichen Bereich, auf Straßen oder bei der Nutzung von Transportmitteln (2.371 Betroffen). Relativ selten kommt physische oder psychischer Gewalt dagegen im Büro (564 Betroffene) vor, konstatiert die DGUV in ihrem Arbeitsunfallbericht 2016. Insgesamt liegt der Anteil der Gewaltunfälle durch Personen an allen meldepflichtigen Arbeitsunfällen bei 1,4 Prozent.
Ebenfalls besonders gefährdet von Übergriffen Dritter sind grundsätzlich auch die Beschäftigten, die im Rahmen ihrer Arbeit Kunden- oder Patientenkontakt haben, konstatiert die DGUV weiter. So ereigneten sich 2016 gut 31 Prozent aller Übergriffe auf Beschäftigte in Krankenhäusern und Pflegeheimen. Ein weiteres Fünftel passierte im öffentlichen Bereich, auf Straßen oder bei der Nutzung von Transportmitteln. Etwa 13 Prozent trafen Beschäftigte in Läden und Geschäften.
In den überwiegenden Fällen (65 Prozent) kommt es nach Angaben der DGUV zu physischen Verletzungen wie Prellungen, Verstauchungen oder oberflächlichen Hautverletzungen. In 18 Prozent der Fälle wurde jedoch eine psychische Verletzung als schwerste Beeinträchtigung diagnostiziert. Die Betroffenen haben dabei meist eine traumatische Erfahrung, zum Beispiel einen Überfall. Dabei gingen laut DGUV im Jahr 2016 insgesamt 1.752 Unfälle auf Überraschung oder Schreck zurück. Bei 2.102 Unfällen gab es hingegen keine näheren Angaben zur Form der Gewalteinwirkung.
"Es ist schwer zu sagen, ob hinter diesen Zahlen auch eine entsprechende Zunahme des Risikos von Gewalt oder Bedrohung steht: So hat beispielsweise in den vergangenen Jahren die Beschäftigungsquote zugenommen, gerade in relevanten Bereichen wie der Pflege. Hinzu kommt, dass die Betroffenen möglicherweise stärker sensibilisiert sind und dies auch das Meldeverhalten beeinflusst", betont Joachim Breuer, Hauptgeschäftsführer der DGUV. (vwh/td)
Link: Factsheet des DGUV (PDF)
Bildquelle: Uta Herbert / PIXELIO (www.pixelio.de)
Grafikquelle: Statista
DGUV · Arbeitsunfälle
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