Politik & Regulierung

Milliardenschäden durch Afrikanische Schweinepest

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
In Niedersachsen, Bayern und Schleswig-Holstein wächst die Sorge vor der Afrikanischen Schweinepest. Die Viruserkrankung rückt von Osteuropa immer näher an die deutschen Bundesländer heran. Menschen können sich nicht anstecken. Der Virus befällt ausschließlich Wild- und Hausschweine. Wird das der Fall sein, dann dürfte Schweinefleisch nicht mehr verkauft werden. Agrarbetriebe rechnen mit Milliardenschäden.
"Ein Ausbruch hätte gravierende Folgen für die Landwirtschaft", sagt Landwirtschaftsminister von Schleswig-Holstein, Robert Habeck (Grüne). am Montag in Kiel. Erste Gegenmaßnahme von der Politik: Die Jagd auf Wildschweine als Überträger der Seuche soll intensiviert werden. Für das Erlegen bestimmter Wildschweine sollen Jäger 20 Euro zusätzlich erhalten.
Die Folgen der binnen weniger Tage tödlichen Infektionskrankheit könnten tatsächlich auch für Niedersachsen "dramatisch", glaubt FDP-Landesvorsitzender Stefan Birkner. In den Agrarbetrieben – wie beispielsweise im Oldenburger Land – stehen aktuell rund 8,9 Millionen Schweine. Viele müssten getötet werden.
Das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) in Greifswald weist darauf hin, dass "das Virus in nicht gegarten Schweineprodukten längere Zeit, teils über Monate, stabil bleibt, beispielsweise in Haus- oder Wildschweinsalami oder -schinken." Schweine können sich über den Verzehr derartiger Essensreste infizieren. So können sich Wildschweine mit dem Erreger anstecken, wenn sie beispielsweise die Reste von Mettbrötchen fressen, die auf Raststätten in die Natur geworfen wurden.
Gegen den Virus gibt es keine Impfstoff, die Todesrate für Tiere liegt bei 90 Prozent. Erst 2007 schaffte der Virus es in den Kaukasus und von dort in wenigen Jahren bis an die Ostgrenzen der EU. Seit 2014 wurde der Virus in den Wildschweinpopulationen von Polen und vom Baltikum identifiziert. Seit 2017 gibt es auch Fälle in Tschechien. Im Gegensatz zu der gut erforschten, klassischen Schweinepest gibt der Erreger der Afrikanischen Schweinepest den Seuchenbekämpfern, auch nach Jahren des Studiums, immer noch Rätsel auf. (vwh/dg)
Bildquelle: Dirk Schröder, Springe  / PIXELIO / www.pixelio.de
Schweinepest
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