Politik & Regulierung

CDU: Versicherungskunden sollen Run-off zustimmen

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Lebensversicherungen sind des Deutschen liebstes Kind. 89,3 Millionen solcher Policen sind im Markt – im Schnitt also im Schrank von jedem Bundesbürger. Keine Überraschung, dass die Parteien den Verkauf von Altbeständen nicht ohne weiteres hinnehmen. "Wir loten gerade eine Regelung aus, wonach die Versicherten einem Verkauf ihrer Verträge zustimmen müssten", sagt CDU-Finanzexpertin Anja Karliczek dem Spiegel.
Karliczek warne die Versicherer vor einem "Vertrauensbruch gegenüber ihren Kunden". Der CDU-Vize Fraktionschef Ralph Brinkhaus stimmt ihr zu:  "Uns ist durchaus bewusst, dass die Bafin aus gutem Grund bereits dabei ist, sich die Sachverhalte anzuschauen und dass der Spielraum für regulatorische Initiativen begrenzt sein wird. Wir halten aber Verkäufe von Vertragsbeständen, bei denen Renditeoptimierung über die Interessen der Kunden gestellt wird, für einen massiven Vertrauensbruch gegenüber den Versicherten." Für Brinkhaus gebe es jenseits von Recht und Gesetz auch moralische Kategorien. "Das Produkt Lebensversicherung, das eh unter Druck steht, wird damit zu Lasten der gesamten Branche beschädigt. Es ist daher ganz natürlich, dass wir darüber im parlamentarischen Raum diskutieren werden."
Der Branchenverband GDV betont stets, dass sich für die Kunden nichts ändere. "Die Verträge werden unverändert fortgeführt." Darauf verweist auch Henning Kühl von Policen Direkt. Paragraph 13 des Versicherungsaufsichtsgesetzes (VAG) gewährleiste, dass die Versicherten nicht schlechter gestellt werden dürften als vorher. "Das ist Fakt. Es geht jetzt um die Einhaltung bestehender Gesetze und der damit verbundenen Verpflichtungen. Es geht hier nicht um Sentimentalitäten wie Unternehmensnamen", sagt Kühl.
Dass die Politik Handlungsbedarf sieht, hängt mit den Verkaufsplänen der großen Lebensversicherer Generali und Ergo zusammen. Beide Assekuranzen verursachen inzwischen so hohe Kosten, dass die Mutterkonzerne Munich Re und die vom italienischen Triest aus gesteuerte Generali-Konzern ihre deutschen Lebensversicherer am liebsten loswerden möchten, berichtete VWheute. (vwh/dg)
Bildquelle: Fotolia
Lebensversicherung · Run-off
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