15.12.2017Unternehmen & Management

VGH leidet unter Unwetterschäden

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Die VGH Versicherungen haben kurz vor den Feiertagen eine erste Bilanz ihres Geschäftsjahres 2017 gezogen. Besonders zu schaffen machen dem Konzern die Unwetterschäden im Frühjahr und Sommer. Während die Beitragseinnahmen in diesem Jahr rückläufig sind, verzeichnet der Konzern hingegen einen deutliches Wachstum in der Krankensparte.
Demnach muss die VGH nach eigenen Angaben bis Jahresende voraussichtlich 823 Mio. Euro für unwetterbedingte Schäden aufbringen. Dies entspricht einem Plus von rund fünf Prozent gegenüber dem Vorjahr mit 782 Mio. Die kombinierte Schaden-Kostenquote wird in daher in diesem Jahr bei 91,7 Prozent (2016: 90,1 Prozent) liegen. "2017 war ein Jahr der Wetterextreme. Unsere Leistungsstärke bei der Abwicklung von Massenschäden mussten wir nach den heftigen Sommerstarkregen Paul/Quirin und Alfred/Bernhard, aber auch nach Herbststürmen wie Sebastian, Xavier und Herwart unter Beweis stellen", erläutert VGH-Vorstandschef Hermann Kasten. Die Zahl der Schäden durch Kfz-Unfälle und der damit verbundene Aufwand liegen nach Unternehmensangaben unter dem Vorjahresniveau.
Positiv verlief hingegen das Neugeschäft in der Schaden- und Unfallversicherung. Demnach steigen die Beitragseinnahmen der Landwirtschaftlichen Brandkasse in diesem Jahr voraussichtlich um 0,6 Prozent auf 1,153 Mrd. Euro (2016: 1,145 Mrd.). Wachstumstreiber waren demnach die Rechtsschutzsparte mit einem Plus von 4,5 Prozent, die allgemeine Unfallversicherung mit einem Anstieg von 3,9 Prozent, sowie die Sachversicherungen (plus 2,2 Prozent). Lediglich in der allgemeinen Haftpflicht bewegen sich die Beitragseinnahmen mit einem leichten Minus von 0,2 Prozent etwa auf Vorjahresniveau.

Krankensparte auf Wachstumskurs

Auf Wachstumskurs liegt in diesem Jahr auch die Alte Oldenburger Versicherungsgruppe mit einem Beitragsplus von 3,3 Prozent auf 300 Mio. Euro (2016: 290 Mio.). Gleichzeitig stiegen die Bruttoaufwendungen für Versicherungsfälle auf 160 Mio. Euro (2016: 154 Mio.). Dennoch erwartet die Versicherungsgruppe in diesem Jahr einen Überschuss von 40,6 Mio. Euro (2016: 49,0 Mio.).
Rückläufig waren hingegen die Prämieneinnahmen bei der Provinzial Leben (einschließlich Provinzial Pensionskasse) mit einem Minus von 1,1 Prozent bei den laufenden Beiträgen auf 475 Mio. Euro (2016: 480 Mio.). Wesentlich deutlicher fällt hingegen der Rückgang im Neugeschäft mit einem Minus von 9,8 Prozent auf etwa 700 Mio. Euro (2016: 775 Mio.) aus. Für Versicherungsfälle, Ablaufleistungen und Rückkäufe mit Überschussanteilen wird die Provinzial Leben ihren Kunden voraussichtlich 715 Mio. Euro (2016: 725 Mio.) auszahlen.
"Mitverantwortlich für das zurückhaltende Neugeschäft im laufenden Jahr ist die Absenkung des Rechnungszinses zum 1.1.2017 durch die Bundesregierung. Vorgezogene Vertragsabschlüsse im starken Jahresendgeschäft 2016 fehlen uns naturgemäß im Folgejahr. Das ist ein Sondereffekt, den wir nach Anpassungen des Höchstrechnungszinses regelmäßig beobachten", kommentiert Jörg Sinner, Vorstand für Personenversicherungen und Kapitalanlagemanagement.
"Auch in Zeiten, die für die Altersvorsorge herausfordernd sind, sinkt unsere beitragsbezogene Stornoquote 2017 mit 3,3 Prozent erneut und liegt weiter deutlich besser als der Markt. Das Vertrauen unserer Kunden in die Produktqualität der VGH ist also ungebrochen", ergänzt Sinner.
"Die VGH bewegt sich in einem Umfeld dauerhaft niedriger Kapitalmarktzinsen, anhaltend hoher Schadenaufwände, steigender Personalkosten und eines wachsenden Investitionsbedarfs in unsere Zukunftsfähigkeit. Die Unternehmensstrategie der VGH gibt deshalb der Stärkung unserer Ertragskraft und dem Ausbau von Sicherheitsmitteln im Kundeninteresse klaren Vorrang vor Wachstum um jeden Preis. Kurz gesagt: Unsere organische Entwicklung folgt der Maxime 'Qualität vor Quantität', kommentiert VGH-Chef Kasten die Geschäftsentwicklung in diesem Jahr. (vwh/td)
Bildquelle: VGH
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