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Lebensversicherer halten Zinsen stabil

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Der Zinsreigen der Lebensversicherer hat in der vergangenen Woche einen Höhepunkt erlebt. Mit der Allianz Deutschland, sowie der Axa, Nürnberger, VGH und Concordia haben gleich fünf Konzerne ihre Überschussbeteiligungen und Gesamtverzinsungen für das kommende Jahr bekannt gegeben. Das Ergebnis: Nahezu alle Konzerne bleiben bei ihren bisherigen Sätzen.
Demnach will die Allianz für alle Kunden mit dem Vorsorgekonzept "Perspektive" auch 2018 eine Gesamtverzinsung von 3,7 Prozent anbieten. Ebenfalls unverändert bleibt die gesamte Verzinsung der klassischen Lebens- und Rentenversicherung mit 3,4 Prozent. "Wir möchten die Menschen überzeugen und sie dafür gewinnen, fürs Alter vorzusorgen. Angesichts niedriger Zinsen für sichere Anlagen ist es ein starkes Signal für die Altersvorsorge, jetzt die Zinsmarke hoch zu halten", begründet Markus Faulhaber, Vorstandsvorsitzender der Allianz Leben, die Entscheidung.
Und weiter: "Wir stehen zu unseren Kunden, ohne Wenn und Aber. Unsere Kunden wissen, dass sie sich auf uns verlassen können – heute und in Zukunft". Erst vor wenigen Wochen hatte Faulhaber einen Verkauf von Versicherungsbeständen kategorisch ausgeschlossen. "Für die Allianz ist das kein Thema. Wir möchten weiter Kunden gewinnen, nicht loswerden", betont er in einer Stellungnahme des Konzerns.

Andere Versicherer folgen dem Trend

Ähnlich scheint dies wohl auch die Axa zu sehen. Demnach wollen die Axa Lebensversicherung AG sowie die DBV Deutsche Beamtenversicherung Lebensversicherung ihre laufende Verzinsung auch im kommenden Jahr mit 2,9 Prozent auf dem Vorjahresniveau halten. Auch die Gesamtverzinsung bleibt laut Axa stabil und liegt einschließlich des Schlussgewinnanteils und der Sockelbeteiligung an den Bewertungsreserven auf dem Vorjahreswert von durchschnittlich 3,4 Prozent.
"Trotz schwieriger Kapitalmarktbedingungen konnten wir unsere Finanzstärke und Ertragskraft stärken. Von dieser Stabilität profitieren unsere Kunden durch eine laufende Verzinsung über dem Marktdurchschnitt. Gleichzeitig schaffen wir so die Voraussetzungen für weiterhin starke und stabile Renditechancen bei unseren Altersvorsorgeprodukten, insbesondere in der Relax Rente.", kommentiert Axa-Vorstand Patrick Dahmen, die Entscheidung des Konzerns.
Auch die VGH will ihre Überschussbeteiligung für ihre Kunden gegenüber 2017 nicht verändern. Demnach solle es weiterhin eine laufende Verzinsung von 2,5 Prozent sowie eine Gesamtverzinsung von vier Prozent in der klassischen Variante geben. Die Concordia will ihre Gewinnbeteiligung ebenfalls nicht antasten. Bislang noch keine Entscheidung hat hingegen die Hannoversche Leben getroffen.
Die Nürnberger hat ihre Gesamtverzinsung für das kommende Jahr hingegen angepasst. So hat der Konzern die Gesamtverzinsung nach eigenen Angaben bei ihren Konzept-Tarifen auf 6,60 Prozent (Vorjahr: 4,8 Prozent) erhöht. In der konventionellen Lebens- und Rentenversicherung sollen die Kunden im kommenden Jahr laut Nürnberger eine Gesamtverzinsung 2,78 Prozent erhalten. Diese besteht aus einer laufenden Verzinsung von 2,50 Prozent (Vorjahr: 2,75 Prozent) sowie einer Überschussbeteiligung von 0,28 Prozent zuzüglich Bewertungsreserven.

Marktbeobachter sehen Signalwirkung

Marktbeobachter sprechen daher bereits von einer Signalwirkung. "Im Schnitt dürfte die laufende Verzinsung für Neuverträge im kommenden Jahr bei klassischen Lebens- und Rentenversicherungen bei rund 2,40 Prozent liegen", wird Lars Heermann von der Ratingagentur Assekurata im Handelsblatt zitiert. In diesem Jahr lagen diese nach Aussage des Experten noch bei 2,61 Prozent.
Nach Einschätzung der Bafin dürfte die Branche bis Ende des Jahres rund 64 Mrd. Euro in den Kapitalpuffer eingezahlt haben. Angesichts dieses "Kraftaktes" fordert Bafin-Präsident Felix Hufeld: "Den Aufbau der Zinszusatzreserve sollte man daher fortan etwas weniger kraftvoll gestalten." Assekurata-Experte Heermann geht daher davon aus, dass im kommenden Jahr weitere 25 Mrd. Euro hinzukommen dürften. "Das Tempo des Aufbaus funktioniert so nicht." (vwh/td)
Bildquelle: Thorben Wengert / PIXELIO (www.pixelio.de)
Axa · Überschussbeteiligung · Concordia · Nürnberger · VGH · Gesamtverzinsung · Allianz Deutschland
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