Köpfe & Positionen

Luxemburg gibt sich bei Versicherern wählerisch

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Spätestens mit dem geplanten Austritt Großbritanniens aus der EU buhlen die europäischen Finanzplätze um den Ruf des beliebtesten Standortes für Versicherer. Dazu zählt neben der Mainmetropole Frankfurt auch das Großherzogtum Luxemburg. Allerdings knüpft die luxemburgische Versicherungsaufsicht (CAA) auch gewisse Anforderungen an die Häuser, wie CAA-Chef Claude Wirion in der Börsen-Zeitung darlegt.
"Die Grundbedingungen sind europaweit geregelt. Hierzu gehören bestimmte finanzielle Voraussetzungen, die durch Solvency II geregelt sind", betont Wirion. Zudem lege man "großen Wert auf das Fit & Proper bei den Aktionären. Wir sind sehr zurückhaltend bei Unternehmen, die keine Erfahrungen im Versicherungsbereich haben und dann nach Luxemburg kommen und hier ein Versicherungsunternehmen gründen wollen", konstatiert der luxemburgische Aufsichtschef.
So wolle man den "Referenzaktionär sehen, der mindestens 25 Prozent der Aktien halten muss und der dann das entsprechende Know-how für die neue Gesellschaft mit einbringt", ergänzt Wirion. Allerdings seien diese Voraussetzungen bei den Unternehmen bereits erfüllt, welche durch den Brexit ihren Europasitz wechseln wollen. "Die meisten Unternehmen, die nach Luxemburg kommen, haben schon ein sehr dichtes Netz von Niederlassungen in anderen EU-Ländern. Wenn wie also von Substanz sprechen, dann sprechen wir nicht nur von Substanz in Luxemburg, sondern EU-weit", ergänzt der Chef der luxemburgischen Versicherungsaufsicht.
Ein echtes Konkurrenzverhältnis zu anderen europäischen Finanzmetropolen sieht Wirion daher nicht. "Für uns stellt es kein Problem dar, wenn zum Beispiel einige der Kontrollfunktionen historisch bedingt in Paris, Frankfurt oder Brüssel - also in der EU - angesiedelt sind. Aber solche Kontrolleinheiten dürfen nicht außerhalb der EU sein; mit einem Verbleib in London wären wir also nicht einverstanden", ergänzt Wirion. Zudem müssten die Unternehmen in Luxemburg so aufgestellt sein, "dass wir die Kontrolle von hier aus bewerkstelligen können". (vwh/td)
Bild: Luxemburg-Stadt (Quelle: Christian / PIXELIO (www.pixelio.de)
Versicherungsaufsicht · Luxemburg · Brexit · CAA · Claude Wirion
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