Politik & Regulierung

Krankenkassen verzeichnen mehr Überschüsse

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Die gesetzlichen Krankenkassen bauen ihre finanziellen Überschüsse immer weiter aus. Allein Ende September lagen die finanziellen Rücklagen laut einem Bericht der FAZ bei deutlich mehr als 18 Mrd. Euro. Allein die Überschüsse stiegen seit Juli um mehr als eine Milliarde auf rund 2,5 Mrd. Euro. Gesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) habe daher den durchschnittlichen Zusatzbeitrag für 2018 um 0,1 auf 1,0 Prozentpunkte gesenkt.
So konnten laut Bericht allein die Allgemeinen Ortskrankenkassen (AOK) mit einem Betrag von 1,1 Mrd. Euro mehr als doppelt soviel Geld zurücklegen wie im Vorjahreszeitraum. Die Ersatzkassen erzielten laut Bericht ein Plus von 925 Mio. Euro, ebenfalls doppelt soviel wie im Vergleich zum Vorjahr. Den größten Anteil daran hatte laut FAZ die Techniker-Krankenkasse mit 476 Mio. Euro, vor der DAK (203 Mio. Euro) und der Barmer (197 Mio. Euro).
Die Betriebskrankenkassen als drittgrößte Kassenart erwirtschafteten laut Bericht ein Plus von mehr als 200 Mio. Euro, die Innungskassen von 126 Mio. Euro. Die Knappschaft nannte ein Plus von 142 Mio. Euro. Sorgenkind ist hingegen die die KKH. Trotz eines Zusatzbeitrages von 1,5 Prozent verzeichnet sie lediglich einen Überschuss von 15 Mio. Euro.
Während Martin Litsch, Vorstandsvorsitzender des AOK-Bundesverbands, die Überschüsse mit einem "starken Versichertenwachstum bei sehr moderatem Ausgabenanstieg" begründete, warnte Franz Knieps, Vorstand des BKK Dachverband, indes vor der prekären Situation vieler Kassen. "Die guten Zahlen dürfen nicht darüber hinwegtäuschen, dass sie nichts über die gefährliche Situation für viele Kassen aussagen", so Knips. "Insgesamt" sei zwar genug Geld vorhanden, aber nur falsch verteilt. Eine Reform sei daher dringend nötig. (vwh/td)
Bild: Tim Reckmann / PIXELIO (www.pixelio.de)
Krankenkassen · GKV
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