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Coface: Einbahnstraße zwischen China und Afrika

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Der afrikanische Kontinent ist bereits seit langem ein lohnendes Ziel für chinesische Investoren. Demnach ist der bilaterale Handel laut einer aktuellen Studie von Coface in den vergangenen zehn Jahren sprunghaft auf 123 Mrd. US-Dollar im Jahr 2016 gestiegen. Dennoch seien die Export vom afrikanischen Kontinent in die Volksrepublik um etwa 51 Prozent zurückgegangen, konstatiert der Kreditversicherer weiter.
Rund 90 Prozent der afrikanischen Exporte nach China bestehen demnach laut Coface aus Rohstoffen, wären die Importe durchaus vielfältiger sind. So machen nach Angaben des Kreditversicherers Fertigprodukte, Transportausrüstung, Maschinen insgesamt etwa 51 Prozent der Einfuhren aus. Danach folgen vor allem Mineralien und Edelmetalle. Die Folge ist laut Coface ein Handelsungleichgewicht, welches das Risiko der "Holländischen Krankheit" - also die negativen Auswirkungen eines Booms des Rohstoffsektors auf den produzierenden Sektor - weiter verstärken werde.
Nach den Berechnungen des Kreditversicherer hat die Region südlich der Sahara eine deutlich höhere Abhängigkeit vom Export als andere Emerging Countries. So lag die Exportabhängigkeitsquote im Jahr 2016 auf der Skala von 0 bis 1 bei 0,24. Zum Vergleich: Südostasien als eine der wichtigsten Handelsregionen für China 0,16, Russland, Brasilien und Indien 0,19. Noch wesentlich deutlicher sei laut Coface der Unterscheid zur EU (0,07) und den USA (0,12).
Trotz dieser starken Exportabhängigkeit könnten sich die Beziehungen von afrikanischen Ländern zu China zu einer Win-Win-Zusammenarbeit entwickeln, glauben die Ökonomen des Kreditversicherers. Demnach umfasse das Export-Portfolio zunehmend auch hochwertigere verarbeitete Rohmaterialien und Holz. Einen geringeren Anteil verzeichnen hingegen landwirtschaftliche Produkte wieTabak, Zitrusfrüchte, Saatgut und Ölfrüchte.
"Die aktuellen Entwicklungen scheinen in die richtige Richtung zu weisen. Um von einer unausgewogenen Zweckehe zu einer partnerschaftlichen Win-Win-Kooperation zu kommen, müssen aber noch große Anstrengungen unternommen werden", meint Ruben Nizard, Economist bei Coface für die Sub-Sahara-Region und Co-Autor der Studie. (vwh/td)
Bildquelle: Ulla Trampert / PIXELIO (www.pixelio.de)
China · Kreditversicherer · Afrika · Coface
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