Politik & Regulierung

Klage: Glatteis verhindert Millionengeschäft

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Ein Mann fällt vor einem Hotel bei Glatteis hin und klagt. Die erste Klage wird abgewiesen, wodurch der Geschädigte nur noch mehr von seinem Recht überzeugt wird. Offenbar ist der Mann nicht nur ein ausdauernder Kläger, sondern ein Finanzgenie. Ein Teil seiner Klage war, dass er wegen der Verletzung ein Darlehen nicht aufnehmen konnte, dass zu einem Gewinn von 35 Mio. geführt hätte.
Der Geschäftsmann hatte mittels Teilklage zunächst 10.000 Euro Schmerzensgeld gefordert, änderte das aber später auf rund 75.000,00 Euro. Laut Auskunft des Klägers entglitt ihm wegen des stationären Aufenthalts die Finalisierung eines Darlehen über 200.000 Euro, welches innerhalb von drei Monaten zu einem Ertrag in Höhe von zwei Mio. Euro und "im weiteren Verlauf" zu einer Ausschüttung in Höhe von 35 Mio. Euro "für ihn oder seine Gesellschaft" geführt hätte. Muss das Hotel für den Schaden des verhinderten beinahe-Millionärs aufkommen oder schlägt sich das Gericht auf die Seite des Verklagten?
Das Landgericht hat die Klage abgewiesen. Ob die Hotelbetreiberin ihre Räum- und Streupflichten auf dem vor dem Hotel befindlichen Gehweg verletzt haben, konnte nicht bewiesen werden. Der Geschäftsmann konnte nicht bewiesen, dass er in einem Bereich des Gehwegs gestürzt sei, für den Streupflicht bestand. Daraus folgt, es gibt weder Schmerzensgeld noch Schadenersatz für den sicherlich zu erwartenden Gewinn. Dass Finanzgenie wird es verschmerzen können, denn wer in drei Monaten aus 200.000 Euro rund 35 Mio. macht, ist auf Gerichtsalmosen nicht angewiesen und bestimmt bereits Milliardär.

Kurioses Urteil: SED-Propagandist ist kein Ausbildungsberuf

Nicht nur die Gerichte in Berlin sind Spielverderber, auch in Sachsen sitzen gesetzestreue Entscheider, ohne Herz für gepeinigte Seelen. Ein Mann hatte geklagt, weil seine dreijährige Ausbildung als SED-Propagandist nicht als Fachschulabschluss anerkannt wurde. Sowohl das sächsische Kultusministerium wie auch der Petitionsausschuss des Landtags lehnten das Begehren ab. Den Beruf gäbe es in Deutschland nicht, daher folglich auch keine Anerkennung. (vwh/mv)
Bild: Thomas Max Müller / www.pixelio.de / PIXELIO
Unfallversicherung · Darlehen · Gerichtskosten · Gerichtsurteil
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