Köpfe & Positionen

Seitz: "bAV hat Nachholbedarf"

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Alles besser macht das BRSG. Das glaubt scheinbar Ralph Seitz, Vorstand der Versicherungskammer Bayern. Gegenüber der SZ erklärt Seitz, dass die bAV gegenüber dem großen Bruder Lebensversicherung einiges aufzuholen hätte, an den 90,8 Mrd. Euro Beitragseinnahmen der deutschen Lebensversicherer hatte die bAV in 2016 nur einen Anteil von 18 Prozent gehabt.
Für die Betriebe wäre es klug das Thema anzugehen, denn "wer sich als attraktiver Arbeitgeber positionieren und gute Fachkräfte gewinnen beziehungsweise binden will", komme nicht daran vorbei, "mit der bAV eine lukrative Vergütungskomponente anzubieten."
Ein Hauptaugenmerk legte der VKB-Vorstand hingegen auf das Thema Doppelbeitrag. Der Umstand, dass viele Menschen der bAV-Absicherung skeptisch gegenüberstehen, weil auf die aus Nettobeiträgen gezahlten Beiträge in der Rente Sozialabgaben bezahlt werden müssen, greift Seitz auf: "Die Doppelverbeitragung gibt es in der zulagengeförderten bAV jetzt nicht mehr. Auf diese fallen in der Leistungsphase künftig keine gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge mehr an. So wurde eine entscheidende Hürde überwunden."
Besonders profitieren sollen von der neuen bAV Menschen mit geringem Einkommen – und Unternehmen, denen die bAV bisher "zu kompliziert" gewesen sei.

Die Vorteile für kleine Gehälter

Welche Vorteile das BRSG für Unternehmen und Menschen mit kleinem Einkommen bereithält, bleibt Seitz nicht schuldig: "Sofern der Arbeitgeber für Geringverdiener zusätzlich zum Gehalt 240 bis 480 Eurojährlich in die bAV einzahlt, ist dies nicht nur für die Beschäftigten einträglich." Der Arbeitgeber erhalte auf Grundlage des neuen Paragrafen 100 EStG einen staatlichen Zuschuss in Höhe von 30 Prozent des gezahlten Beitrags. Die Beiträge wären für den Arbeitnehmer zudem lohnsteuer- und sozialabgabenfrei, so Seitz.
Profitieren würden Arbeitnehmer mit einem Monatseinkommen "von bis zu 2.200 Euro brutto", also besonders Teilzeitkräfte oder Berufseinsteiger. (vwh/mv)
Bild: Ralph Seitz (Quelle: VKB)
bAV · VKB · Ralph Seitz
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