Märkte & Vertrieb

DIA München erlebt Boom bei Fintech-Start-ups

Von Alexander KasparTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Mit rund 1.000 Fach-Besuchern aus aller Welt und mehr als 70 internationalen Ausstellern aus der Insurtech-Gründerszene darf sich die Digital Insurance Agenda (DIA) als vorläufige Jahreshauptversammlung der nach Innovationen und neuen Geschäftsfeldern strebenden Versicherungswirtschaft betrachten. Erst vor knapp vier Monaten gegründet wächst damit der Insurtech Hub Munich schneller als dessen Gründer gehofft hatten.
Die Veranstaltung restlos ausgebucht, Menschenmassen zwischen den Gängen und bei den Vorträgen, Warteschlangen an den Ständen der Start-up-Stände; keine Frage, die Digitalisierung ist ganz oben angekommen bei den Vorständen und auf deren Agenden. Wer macht was und mit wem, wo geht die Reise hin und wie lässt sich auch in Zukunft ausreichendes Wachstum generieren? Diese Fragen treiben alle Teilnehmer der erstmals in München stattfindenden Messe für Insurtech-Start-ups um. Nach Barcelona und Amsterdam wirbt die Community nun in München für zwei Tage um Investoren und strategische Partner.
Zu diskutieren gibt es eine ganze Menge: Wie umgehen mit der Datenflut der Digitalisierung, wie daraus ein Geschäft formen? Antworten liefern Firmen mit kryptischen Namen wie DataRobot, HiThere, RiskApp oder Squirro, Klimber, Wefox oder Guidewire. Sie alle haben sich der Null und Eins verschrieben, der internationalen Sprache der Digitalisierung.
Daten sind dumm, sagt zum Beispiel DataRobot aus Boston und bietet seinen Kunden eben nicht nur die vollautomatisierte Analyse des gewonnenen Datenmaterials an, sondern gewinnt daraus auch Aussagen über die zu erwartende Zukunft. Klimber aus Buenos Aires hat sich dem Vertrieb von Lebensversicherungen im unterversicherten Südamerika verschrieben - rein digital versteht sich - und sich zu diesem Zwecke, ganz unkonventionell, mit dem größten Medienhaus des Kontinents verbündet. Kunden, Kontakte und Distribution bietet der Partner, Versicherungs-Knowhow und Innovation die Gründer selbst.
So wächst zusammen was bis vor kurzem kaum zusammen gedacht wurde und eröffnet damit einen neuen Horizont und damit neue Perspektiven. Ihnen allen ist gemein, dass sie erst vor wenigen Jahren gegründet wurden, lediglich eine Handvoll Mitarbeiter haben und über ein rasantes Wachstum verfügen. Wegen der Skalierbarkeit sind sie international orientiert und nach fast allen Seiten offen. Die einen suchen Geld, die anderen Ideen und die nächste Company will alles zusammenbinden.
In Zeitraffer entsteht hier ein neues digitales Ökosystem und wer nicht rechtzeitig eine Nische besetzt ist raus aus dem Spiel, heißt raus aus dem Geschäft. "Versicherer müssen die Lücke schließen zwischen dem Anspruch die Vergangenheit zu bewahren und die Zukunft zu handeln", so Roger Peverelli, Gründer der DIA in seinem Eröffnungsvortrag vor den mehr als 1.000 Zuhörern.
Wie dies konkret geschehen, und welche Trends sich abzeichnen führt Tom van den Brulle, neben seiner Hauptfunktion als Global Head of Innovation bei der Munich Re, auch 1. Vorsitzender des InsurTech Hub Munich, im Interview mit VWheuteTV aus:
Über konkrete Anwendungen und deren Potenzial für die Branche berichtet VWheute in der morgigen Ausgabe auch im Video. (vwh/ak)
Bild: Hochbetrieb herrschte auf der Insurtech Messe DIA in München. (Quelle: Alexander Kaspar)
Insurtech · DIA München
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