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AGCS warnt vor Haftungsrisiken bei 3D-Druckern

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
3D-Drucker versprechen viel – und können noch mehr. Davon ist die Allianz-Tochter AGCS überzeugt, die sich mit den Möglichkeiten der gar nicht mehr so neuen Techniken beschäftigt und, ganz Versicherer, die Probleme bei der Produkthaftung thematisiert. Und das sind nicht wenige. So warnt der Industrieversicherer davor, dass bisherige Produkte zur Absicherung könnten künftig nicht mehr ausreichen.
"Der 3D-Druck ist marktreif und wird in den kommenden zehn Jahren seinen Weg in die breitere Fertigung finden. Das neue Produktionsverfahren birgt großes Potenzial für die kostengünstige Individualfertigung und wird vor allem die Ersatzteilversorgung und die Anfertigung von Prototypen revolutionieren. Allerdings ergeben sich daraus auch neue Risiken, vor allem im Bereich der Haftung, die alle Beteiligten erst noch verstehen müssen", erläutert Michael Bruch, Head of Emerging Trends bei der AGCS die Möglichkeiten und Probleme.

Unerwartete Pflichten und Schadenersatzansprüche

Bisherige Produkte zur Absicherung könnten künftig nicht mehr ausreichen. Zwar würden klassische Versicherungsprodukte, insbesondere Produkthaftungs- und Produktrückrufdeckungen, sowie Cyberpolicen die Risiken bislang "gut abdecken". Allerdings vergrößert sich der Kreis der potenziell für die Haftung verantwortlichen Akteure durch neu hinzukommende digitale Lieferanten und Partner.
Jürgen Weichert, Haftpflichtexperte bei AGCS erklärt: "Während sich die Produkthaftung bei traditionellen Fertigungsverfahren auf Hersteller und Bauteil-Zulieferer beschränkt, können bei der additiven Fertigung auch auf Produktdesigner, Internet-Plattformen und Software-Hersteller unerwartete Pflichten und unter Umständen auch Schadenersatzansprüche zukommen."
Die Herstellungskette bei der additiven Fertigung unterscheide sich in mindestens einem zentralen Punkt vom herkömmlichen Produktionsprozess. Sie enthält digitale 3D-Baupläne als integralen Bestandteil, die die Drucker zum Aufbau dreidimensionaler Objekt nutzt und Ausgangsmaterial für die Massenfertigung sind.

Gewerblicher Schutz

Der gewerbliche Versicherungsschutz für den technischen Produktdesigner wird laut AGCS notwendig, wenn mit der Erstellung des 3D-Modells planmäßig ein wirtschaftlicher Zweck verfolgt wird. "Im Schadenfall könnten den Designer unerwartete Pflichten treffen, bis hin zur Verantwortung der Produktbeobachtung, der Warnung und der Initiierung eines Rückrufs der auf Basis des 3D-Modells erstellten Produkte", erklärt Weichert. Ein weiterer neuralgischer Punkt sei der Schutz der CAD-Dateien vor Cybergefahren – gleich ob interne IT-Ausfälle oder Hackerangriffe von außen.
Die Ausarbeitungen der AGCS zum Thema und weitere Problemfelder sind ein Teil des Buches 3D Printing. (vwh/mv)
Bild: 3D-Drucker (Quelle: Claus Ableiter, Wikimedia)
AGCS · 3D-Druck · Produkthaftung
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