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Hurrikans wirbeln Talanx mächtig durch

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Dem drittgrößten deutschen Versicherungskonzern Talanx haben schwere Stürme und Erdbeben im dritten Quartal 2017 etwas mehr als ein Quartalsergebnis gekostet. Die Hurrikane "Harvey", "Irma" und "Maria" sowie die Erdbeben in Mexiko trieben die Großschadenlast auf 1,05 Mrd. Euro. Damit wurde das eingeplante Budget für das Gesamtjahr bereits nach neun Monaten überschritten.
Betroffen waren von den Naturkatastrophen vor allem die Rückversicherung mit der Tochter Hannover Rück, aber auch die Industrieversicherung HDI. Bereits Ende Oktober hatte der scheidende Talanx-Chef Herbert K. Haas das Gewinnziel von 850 Mio. Euro für 2017 kassiert und die Erwartungen auf 650 Mio. Euro zurück geschraubt.
Die 850 Mio. Euro Überschuss sind jetzt für 2018 eingeplant, wobei Haas auf weniger Schäden durch Naturkatastrophen hofft. Die Aktionäre dürfen trotz der hohen Schadenbelastung für 2017 wieder auf eine Dividende "mindestens" auf Vorjahreshöhe (1,35 Euro) hoffen. Laut Haas zeigt dies, dass die Gruppe "solide und widerstandsfähig" aufgestellt ist.
Aus Sicht des Vorstands gibt es von der Talanx aber auch Erfreuliches zu berichten. Die Prämieneinnahmen wuchsen in den ersten neun Monaten um 6,7 Prozent auf 25,2 Mrd. Euro. Kräftige Beitragssteigerungen verzeichneten vor allem die Bereiche Rückversicherung und Privat- und Firmenversicherung International.
Infolge der mit 103,1 (Vorjahr: 96,6) Prozent deutlich verschlechterten Schaden-/Kostenquote rutschte die versicherungstechnische Rechnung im Bereich Schaden-Erst- und -Rückversicherung mit 384 Mio. Euro ins Minus nach einem positiven Beitrag von 339 Mio. Euro im Vorjahr. Das Kapitalanlageergebnis verbesserte sich durch Wertpapierverkäufe um 11,1 Prozent auf 3,3 Mrd. Euro.
Damit wurde nicht nur die hohe Schadenlast abgepuffert, sondern auch die Zinszusatzreserve finanziert. So hat unter anderem die Hannover Rück den gesamten Aktienbestand gewinnbringend veräußert. Trotz der hohen Belastungen weist der Konzern einen Neunmonatsgewinn von 444 (636) Mio. Euro aus.

Höhere Prämieneinnahmen und Combined Ratio

Positiv stimmt den Vorstand die erfreuliche Entwicklung des deutschen sowie internationalen Privatkundengeschäfts. Im deutschen Sachversicherungsgeschäft mit Privat- und Firmenkunden habe sich der positive Trend bestätigt. "Das zeigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind."
Durch Bestandsbereinigungen konnte die Schaden-/Kostenquote deutlich verbessert werden. Obwohl das Segment Lebensversicherung durch die Finanzierung der Zinszusatzreserve belastet ist und die Prämieneinnahmen erwartungsgemäß weiter gesunken sind, konnte die Sparte Privat- und Firmenversicherung Deutschland ihren Beitrag zum Konzernergebnis mit 90 (39) Mio. Euro mehr als verdoppeln. In der Sparte Privat- und Firmenversicherung International legten die Beitragseinnahmen um 10,8 Prozent auf 4,1 Mrd. Euro zu.
Zum Wachstum trugen beide Zielregionen Lateinamerika und Europa bei. Auch diese Sparte verbesserte ihren Beitrag zum Konzernergebnis. Der Bereich Industrieversicherung lieferte wegen der hohen Belastungen durch Naturkatastrophen, die im dritten Quartal einen Verlust zur Folge hatten, mit 14 (132) Mio. Euro deutlich weniger Gewinn ab. (cs)
Bild: Herbert K. Haas (Quelle: Talanx)
HDI · Talanx · Herbert K. Haas
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