Politik & Regulierung

Deutschland ist bei Gesundheitsausgaben Weltspitze

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Deutschlands Gesundheitssystem gehört derzeit zu den besten der Welt, glaubt man einer aktuellen Studie der OECD. Demnach liege die Bundesrepublik deutlich über dem Durchschnitt und der Service sei gut. Zudem sei die Lebenserwartung OECD-weit dank wachsender Gesundheitsausgaben und eine gesünderen Lebensweise weiter gestiegen.
Im Vergleich der OECD-Staaten liegt Deutschland demnach mit einem Anteil von 11,3 Prozent des Bruttoinlandsproduktes (BIP) auf Rang drei der untersuchten Industriestaaten. Besser abgeschnitten haben nur die Schweizer Eidgenossen mit einem BIP-Anteil von 12,4 Prozent sowie die USA mit 17,2 Prozent aus. Ebenfalls positiv werteten die geringen Wartezeiten auf einen Arzttermin sowie die ausgeprägteren Wahlmöglichkeiten eines Arztes.
Hinsichtlich der Lebenserwartung liegt Deutschland mit einer durchschnittlichen Lebenserwartung in den OECD-Staaten von 80,6 Jahren im Mittelfeld. Spitzenreiter ist demnach Japan mit 83,9 Jahren, Schlusslicht ist Lettland mit 74,6 Jahren. Besonders betroffen sind die Deutschen hingegen von den Gesundheitsrisiken Rauchen, Trinken, zu viel Essen.
Während im OECD-Schnitt immer noch 18,4 Prozent der Erwachsenen (gerechnet ab 15 Jahren) rauchen, liegt der Anteil in Deutschland mit 20,9 Prozent über dem Durchschnitt. Spitzenreiter ist Griechenland mit 27,3 Prozent, Schlusslicht ist Mexiko mit 7,4 Prozent.
Hinsichtlich Alkoholkonsum liegen die Deutschen mit elf Prozent ebenfalls über dem OECD-Schnitt mit neun Prozent. Während die Türken nur 1,4 Liter trinken, liegt der Schnitt in Belgien bei 12,6 Prozent. Beim Thema Fettleibigkeit liegt Deutschland mit einem Anteil von 23,6 Prozent deutlich über den OECD-Schnitt von 19,4 Prozent. In Japan liegt der Anteil bei lediglich 3,7 Prozent. Trauriges Schlusslicht sind die USA mit 38,2 Prozent.

Stationäre Krankenhauskosten sind erneut gestiegen

Unterdessen sind in Deutschland die Kosten der stationären Krankenhausversorgung im vergangenen Jahr um 4,3 Prozent rund 87,8 Mrd. Euro. Die Gesamtkosten der Krankenhäuser beliefen sich demnach im Jahr 2016 auf 101,7 Mrd. Euro (2015: 97,3 Mrd. Euro). Das entspricht durchschnittlichen Kosten von 4.497 Euro pro Fall. Gleichzeitig sind ist die durchschnittliche Verweildauer seit 1991 von 14,0 Tagen auf 7,3 Tage im Jahr 2016 gesunken.
Sie setzten sich im Wesentlichen aus den Personalkosten von 61,1 Milliarden Euro (+ 4,4 Prozent gegenüber 2015), den Sachkosten von 37,9 Mrd. Euro (+ 4,7 Prozent) sowie den Aufwendungen für den Ausbildungsfonds von 1,4 Mrd. Euro (+ 6,3 Prozent) zusammen. Weitere 1,3 Mrd. Euro entfielen nach Angaben der Statistiker auf Steuern, Zinsen und ähnliche Aufwendungen sowie auf Kosten der Ausbildungsstätten.
Bundesweiter Spitzenreiter bei den Ausgaben ist demnach Nordrhein-Westfalen mit 20,4 Mrd. Euro, gefolgt von Bayern (13,7 Mrd.) und Baden-Württemberg (10,4 Mrd.). Schlusslicht ist Bremen mit 1,0 Mrd. Euro vor dem Saarland mit 1,3 Mrd. und Mecklenburg-Vorpommern mit 1,8 Mrd. Euro.
Zudem waren die durchschnittlichen stationären Kosten je Fall waren in Brandenburg mit 4.055 Euro am niedrigsten, gefolgt von Sachsen-Anhalt mit 4.141 Euro und Thüringen mit 4,178 Euro. Die höchsten Fallkosten verzeichnete hingegen Hamburg mit 5.232 Euro vor Bremen mit 4.886 Euro und Baden-Württemberg mit 4.856 Euro. (vwh/td)
Bildquelle: Thorben Wengert / PIXELIO (www.pixelio.de)
Grafikquelle: Statista
Krankenhaus · OECD · Gesundheit
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