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Munich Re fährt nach Hurrikans Milliardenverlust ein

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Die Hurrikans "Harvey", "Irma" und "Maria" haben den Rückversicherer Munich in diesem Jahr deutlich in die Verlustzone gedrückt. So verzeichneten die Münchener allein im dritten Quartal 2017 einen Verlust von 1,4 Mrd. Euro. Auf die ersten neun Monate hochgerechnet betrug der Verlust immerhin noch 146 Mio. Euro. Trotz spürbarer Fortschritte für die Konzerntochter Ergo rechnet die Munich Re in diesem Jahr nur noch mit einem kleinen Gewinn.
So lag das operative Ergebnis in den ersten neun Monaten des Jahres bei lediglich 377 Mio. Euro (Vorjahr: 3,202 Mrd.), was einem Minus von satten 88,2 Prozent entspricht. Die Gesamtschadenbelastung stieg in den ersten neun Monaten des Jahres auf 31,899 Mrd. Euro (Vorjahr: 28,765 Mrd.), einem Anstieg von 10,9 Prozent. Den größten Anteil daran machten erwartungsgemäß die Unwetterschäden im dritten Quartal aus, von denen allein die drei Hurrikans zusammen mit 2,7 Mrd. Euro ins Gewicht fielen.
Allerdings geht der Rückversicherer auch davon aus, dass die drei Hurrikans einen Marktschaden von rund 100 Mrd. US-Dollar angerichtet haben und Schadenabwicklung wohl noch Monate andauern werde. So machen sich "Harvey", "Irma" und "Maria" auch entsprechend in der Schaden-Kostenquote bemerkbar. Dies stieg in den ersten neun Monaten des Jahres um 23,6 Prozentpunkte auf 117,3 Prozent (Vorjahr: 93,7 Mrd.).
Stabil blieb der Rückversicherer hingegen bei den Prämieneinnahmen. Hier verzeichnete die Munich Re in den ersten drei Quartalen einen leichten Anstieg von 0,6 Prozent auf 37,004 Mrd. Euro (Vorjahr: 36,762 Mrd.). Zwar verbuchte die Konzern im Rückversicherungsgeschäft Leben/Gesundheit ein deutliches Minus von 6,8 Prozent auf 3,322 Mrd. Euro (Vorjahr: 3,563 Mrd.). In der Schaden- und Unfallsparte stiegen die Beitragseinnahmen hingegen um 2,8 Prozent auf 4,743 Mrd. Euro (Vorjahr: 4,616 Mrd.).

Ergo stabilisiert sich

Deutlich stabilisiert hat sich nach den bisherigen Zahlen wohl die Konzerntochter Ergo: So verbuchte der Düsseldorfer Versicherer in den ersten neun Monaten einen Gewinn von 224 Mio. Euro. Im Vorjahreszeitraum verzeichnete die Ergo noch einen Verlust von 49 Mio. Euro. Die Beitragseinnahmen über alle Sparten hinweg lagen in diesem Jahr weitgehend stabil bei 13,234 Mrd. Euro (Vorjahr: 12,157 Mrd.), was einem leichten Plus von 0,6 Prozent entspricht.
Den größten Gewinnsprung verzeichnete die Ergo in der Leben- und Gesundheitssparte mit einem Plus von 467,5 Prozent auf 109 Mio. Euro (Vorjahr: 19 Mio.). Die Prämieneinnahmen blieben stabil bei 6,865 Mrd. Euro (Vorjahr: 6,823 Mrd.), was einem Plus von 0,6 Prozent entspricht.
Im Geschäftsfeld Schaden- und Unfall Deutschland verzeichnete die Ergo einen Gewinn von 63 Mio. Euro - nach einem Verlust von 83 Mio. Euro im Vorjahreszeitraum. Die Beitragseinnahmen stiegen um 2,1 Prozent auf 2,619 Mrd. Euro (Vorjahr: 2,566 Mrd.). Die Schaden-Kostenquote stieg im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 0,6 Prozentpunkte auf 96,6 Prozent.
Positive Ergebnisse lieferte auch die Sparte Ergo International mit einem Gewinn von 52 Mio. Euro (Vorjahr: 15 Mio.) und einer niedrigeren Schaden-Kostenquote von 95,5 Prozent (Vorjahr: 97,2 Prozent).

Finanzvorstand rechnet mit Markterholung

"Die großen Schäden aus den Naturkatastrophen des dritten Quartals belasten unser Ergebnis schwer. Trotz des im Übrigen guten Geschäftsverlaufs können wir in 2017 nur noch einen kleinen Gewinn ausweisen. Doch unsere Kapitalausstattung ist stark und wir können entschlossen unsere Chancen aus der absehbaren Markterholung nutzen. Wir rechnen für die kommenden Verhandlungen wieder mit steigenden Preisen – insbesondere in den von den Katastrophen besonders betroffenen Märkten. Unsere Initiativen für profitables Wachstum, insbesondere im Zusammenhang mit der Digitalisierung, verfolgen wir unabhängig davon weiter mit allem Nachdruck", kommentiert Finanzvorstand Jörg Schneider die bisherige Geschäftsentwicklung in diesem Jahr.
Von seiner ursprünglichen Gewinnprognose von 2,0 bis 2,4 Mrd. Euro für das Gesamtjahr 2017 hat sich der Münchener Rückversicherer jedoch längst verabschiedet. So erwartet man bei der Munich Re "nun einen kleinen Jahresgewinn für 2017, dies unter der Annahme eines erwartungsgemäßen Geschäftsverlaufs im vierten Quartal. In der Schaden- und Unfallrückversicherung prognostiziert Munich Re eine
Schaden-Kosten-Quote für das Gesamtjahr von 112 Prozent". (vwh/td)
Bildquelle: Munich Re
Ergo · Munich Re · Rückversicherer
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